Mobilität braucht Vernetzung

Die COVID19-Pandemie hat unser Leben im Jahr 2020 sehr verändert. Auch die Mobilität ist in Art und Umfang stark betroffen. Bereits vor der Corona-Krise stand der öffentliche Nahverkehr vor schwierigen Aufgaben. Mobilität ist und bleibt dennoch ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge. Sie schafft nicht nur Fortbewegung, sondern fördert auch die Lebensqualität sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Die Landesregierung Baden-Württembergs hat sich anspruchsvolle, konkrete Ziele gesetzt, um die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Als Wegbereiter einer modernen, nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilität soll die Fahrgastnachfrage im ÖPNV bis 2030 verdoppelt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Angebote mitwachsen: Hierfür sind eine flächendeckende Taktung, eine zuverlässige Qualität sowie attraktive Preise essentiell. Ebenso müssen Angebotslücken geschlossen und Kapazitäten dort ausgeweitet werden, wo die Nachfrage jetzt schon besonders hoch ist.

Dies erfordert neue Angebotskonzepte sowie neue Formen der Zusammenarbeit. Mit der „Innovationsoffensive Öffentliche Mobilität“ und dem „Zukunftsnetzwerk ÖNPV“ bietet die Landesregierung neue Programme und Formate an, um sich der herausfordernden Aufgabe zu stellen.

Mit dem Ziel landesweite Standards und einen verlässlichen Nah- und Regionalverkehr zu schaffen, wird das Netzwerk durch die Geschäftsstelle mit Beratungs- und Informationsangeboten, beim Wissenstransfer, der Fördermittelsuche sowie der Erarbeitung einheitlicher Standards unterstützt.

Als erstes Angebot bietet der Kongress „Mobilität braucht Vernetzung“ künftig im Wechsel mit dem alle zwei Jahre stattfindenden ÖPNV-Innovationskongress ein Forum für den landesweiten Austausch zum Thema ÖPNV in Baden-Württemberg. Es gibt in der Branche viele gute Ideen und Initiativen, die aber oft Einzellösungen bleiben. Wir wollen es leichter machen, über räumliche Grenzen und das bisherige Verständnis von ÖPNV hinauszublicken. Um die Aufgaben der Zukunft zu lösen, müssen wir größer denken und uns besser vernetzen!

Ziele und Aufgaben

Das Zukunftsnetzwerk ÖPNV ist die Informations- und Vernetzungsplattform für alle Akteure des öffentlichen Nahverkehrs, die sowohl den städtischen als auch insbesondere den ländlichen ÖPNV im Fokus haben. Ziel ist, dass möglichst viele Menschen Bus und Bahn als Verkehrsmittel im Alltag nutzen. Nur so können die vereinbarten Klimaschutzziele erreicht werden. Ein guter, bezahlbarer und verlässlicher ÖPNV ist hierfür Grundvoraussetzung.

Das Zukunftsnetzwerk ÖPNV stellt einen engen und praxisrelevanten Informations- und Wissensaustausch zu allen relevanten Fragestellungen des ÖPNV in Baden-Württemberg bereit.

  • Das Zukunftsnetzwerk ÖPNV bietet Informationen zu ÖPNV-Förderprogrammen, Maßnahmen, Instrumenten, Umsetzungshilfen und Praxisbeispielen unter anderem durch den Zugang zu allgemeinen Mobilitätsdatenbanken etc.
  • Das Zukunftsnetzwerk ÖPNV bietet interdisziplinäre Netzwerktreffen als Plattform für einen regelmäßigen Informationsaustausch der Akteure aus Kommunen, Land, Bund, Wissenschaft, Verbänden etc.
  • Das Zukunftsnetzwerk ÖPNV bietet mindestens einmal jährlich ein Treffen für seine Mitglieder im Rahmen des im jährlichen Wechsel stattfindenden Mobilitäts- oder Innovationskongresses zum Erfahrungsaustausch an.
  • Das Zukunftsnetzwerk ÖPNV ermöglicht den Akteuren, sich zu aktuellen Fragen rund um das Thema ÖPNV in Baden-Württemberg austauschen und die strategische Ausrichtung des Netzwerkes zu beraten.

ÖPNV-Zukunftsstrategie

ÖPNV-Report

 

Im Auftrag des Ministeriums für Verkehr wurde der ÖPNV-Report erstellt. Neben dem Status-Quo des ÖPNV auf Verkehrsverbund-Ebene, wurden ebenfalls Stadt- und Landkreise bis teilweise hin zur kommunalen Ebene analysiert. Hinsichtlich der Angebotsqualität, dem Preis-Leistungsverhältnis und der Nachfrage im ÖPNV wurden Vergleiche m anderen ähnlich strukturierten Region – sowohl im In- als auch im Ausland – verglichen. Am 9. Dezember 2020 wurden die Ergebnisse des ÖPNV-Reports Baden-Württemberg und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen erstmals vorgestellt.

Hier finden Sie den Ergebnisbericht zum Download. 

Alle weiteren Unterlagen sowie das Video zur Auftaktveranstaltung des ÖPNV-Reports am 09.12.2020 finden Sie hier

ÖPNV-Zukunftskommission

 

Im Sommer 2020 hat das Land Baden-Württemberg einen breiten Dialogprozess mit 20 Vertreter*innen von Aufgabenträgern, von Stadt- und Landkreisen, von Verkehrsunternehmen und –verbünden, des Fahrgastverbandes, aus der Gewerkschaft sowie der Wissenschaft gestartet. In einem Maßnahmenkatalog wurden 30 Teilziele und 130 Maßnahmenempfehlungen erarbeitet. 

Die finalen Ergebnisse der ÖPNV-Zukunftskommission wurden im Januar 2020 bei einer Online-Veranstaltung präsentiert. Die Veranstaltung können Sie hier nochmals anschauen. 

Den Maßnahmenkatalog zum Download finden Sie hier. Ziele und Maßnahmen zur Verdopplung des ÖPNV bis 2030

Noch mehr Informationen und Dokumente zum Download finden Sie hier: ÖPNV-Strategie 2030

Förderprogramme

Die Landesregierung hat bereits einiges in Bewegung gesetzt. Erste Grundsteine wurden unter anderem mit dem Zielkonzept 2025 für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) oder auch die ÖPNV-Finanzierungsreform gelegt. Mit der Aufstockung von weiteren Förderprogrammen wie dem LGVFG oder der Unterstützung von Modellvorhaben werden kommunalen Akteuren umfassende Mittel zur Verfügung gestellt.

Ziel:
Das Land Baden-Württemberg gewährt Zuwendungen zur Finanzierung von Vorhaben, die zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, der Luftsituation und des Lärmschutzes der Gemeinden im Sinne einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität dringend erforderlich sind. Weitere Ziele des Förderprogramms sind etwa die Herstellung von Barrierefreiheit, die Verbesserung der Attraktivität umweltfreundlicher Verkehrsmittel oder die Steigerung der Verkehrssicherheit.

Fördergegenstand:
Eine Liste förderfähiger Maßnahmen ist in § 2 Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) enthalten. Für Projekte im Umfang von über 50 Millionen Euro steht das GVFG-Bundesprogramm zur Verfügung. Für eine Förderung ist ein Antrag nach den in der Verwaltungsvorschrift (VwV) zum LGVFG sowie den zugehörigen Richtlinien beschriebenen Verfahren erforderlich. Im Zuge der Antragstellung müssen die Sinnhaftigkeit des geplanten Vorhabens (Beitrag zu den Zielen des Förderprogramms) und die Einhaltung der Anforderungen dieser Vorschriften nachgewiesen werden.

Zuwendungen werden nur für Vorhaben gewährt, die nach Art und Umfang zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, der Lärmsituation oder der Luftsituation dringend erforderlich sind, die die Ziele der Raumordnung beachten und deren Grundsätze berücksichtigen.

Die Antragstellung erfolgt bei den Regierungspräsidien. Das Vorhaben darf erst nach Erteilung des Förderbescheids begonnen werden.

Förderzeitraum:
Das Programm ist auf Dauer angelegt. Anträge werden jährlich bis 30. September gesammelt und im Anschluss geprüft. Aus den Anmeldungen erstellt das Verkehrsministerium zum 1. März des Folgejahres ein Programm, das alle zur Förderung vorgesehenen Vorhaben enthält.

Antragsberechtigte:
Antragsberechtigt sind Gemeinden, Landkreise, Zweckverbände und andere kommunale Zusammenschlüsse, die Träger der Baulast sind. Für Maßnahmen im Bereich des ÖPNV, Rad- und Fußverkehrs sowie der multimodalen Vernetzung von Verkehrsangeboten können auch öffentliche und private Unternehmen sowie kommunale Eigenbetriebe gefördert werden, soweit sie förderfähige Vorhaben in Baden-Württemberg durchführen wollen.

Informationen:
Weitere Informationen finden Sie hier:

Ziel:
Die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehres in Baden-Württemberg soll noch attraktiver gestaltet werden. Durch das elektronische Ticket (E-Ticket) soll der Zugang zum ÖPNV erleichtert werden. Ziel ist es, im öffentlichen Verkehr zeitgemäße Tickets und Tarife anbieten zu können.

Gegenstand der Förderung:

Gefördert werden Maßnahmen, die primär den Fahrgästen von Bussen und Bahnen dienen und damit einhergehend zu flächenhaften Erleichterungen im Ablauf des ÖPNV führen.

Das Ministerium für Verkehr fördert die Einrichtung von Kontroll- und Vertriebssystemen für E-Tickets auf Linien des straßengebundenen ÖPNV mit Kraftfahrzeugen (im Sinne des PBefG und der BO Kraft) und mit Straßenbahnen (im Sinne der BO Strab) sowie von Eisenbahnen in kommunaler Aufgabenträgerschaft durch die

  • Nachrüstung von vorhandenen Systemen und
  • Erweiterung von neu zu beschaffenden Systemen um die notwendigen Hard- und Softwarekomponenten

Antragsberechtigte:
Förderanträge können gestellt werden durch Verkehrsunternehmen, Verkehrsverbünde und Aufgabenträger, die entsprechende Systeme beschaffen und betreiben.

Förderzeitraum:
Das Programm ist bis 31.12.2021 begrenzt.

Informationen:
Weitere Informationen finden Sie hier.

Ziel:
Ziel der Förderung ist die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse im Land durch den Aufbau hochwertiger Busangebote, die den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ergänzen.

Fördergegenstand:
Gefördert werden Verkehrsleistungen auf Linien des straßengebundenen ÖPNV mit Kraftfahrzeugen (im Sinne des PBefG und der BO Kraft), die den SPNV ergänzen. Die Angebote müssen die in der technischen Richtlinie zum Förderprogramm beschriebenen Anforderungen erfüllen.

Das Land erstattet die Hälfte – im Einzelfall 60% – der durch die Einrichtung der Regiobuslinie bzw. des damit verbundenen Bedienungsstandards entstehenden Kostenunterdeckung.

Antragsberechtigte:
Antragsteller und Zuwendungsempfänger sind die Aufgabenträger gemäß § 6 ÖPNVG sowie kommunale Zusammenschlüsse, die die Funktion der Aufgabenträger übernehmen.

Förderzeitraum:
Das Programm ist auf Dauer angelegt. Die Einzelbewilligungen erfolgen jeweils für einen befristeten Zeitraum. Die Förderanträge sind im Zeitraum vom 1. Februar bis 31. Mai eines laufenden Jahres beim Ministerium für Verkehr einzureichen. Sie können bis zu 23 Monaten vor einer möglichen Betriebsaufnahme eingereicht werden.

Informationen:
Weitere Informationen finden Sie hier.

Ziel:
Mit dem fortschreitenden Ausbau barrierefrei gestalteter Verkehrsangebote ergeben sich auch neue Anforderungen an die Fahrgastinformation. Ziel ist es, Reiseauskünfte geben zu können, die auf die jeweilige Situation eines mobilitätseingeschränkten Fahrgastes zugeschnitten sind und die Situation entlang der Reisekette korrekt wiedergeben.

Ein zentraler Bestandteil sind dabei Informationen zu den Haltestellen des ÖPNV. Um die systematische Erfassung entsprechender Haltestellendaten, insbesondere zur baulichen Situation, sowie die Integration dieser Daten in die Auskunftssysteme zu beschleunigen, unterstützt das Land die ÖPNV-Aufgabenträger mit einer Sonderförderung.

Fördergegenstand:
Gegenstand der Förderung ist die digitale Erfassung von ÖPNV-Haltestellen in Baden-Württemberg. Die Erfassung muss nach den in der Technischen Richtlinie zum Förderprogramm beschriebenen Kriterien erfolgen und mindestens die im DELFI-Handbuch „Barrierefreie Reiseketten in der Fahrgastinformation“ (Ausgabe 2018) enthaltenen Anforderungen erfüllen. Die Antragsteller müssen mit dem Antrag ein Erhebungskonzept einreichen.

Förderzeitraum:
Die landesweite Haltestellenerfassung soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein.

Antragsberechtigte:
Zuwendungsempfänger sind die Aufgabenträger gemäß § 6 ÖPNVG sowie kommunale Zusammenschlüsse, die die Funktion der Aufgabenträger übernehmen.

Informationen:
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg und in der geänderten Fassung des Förderprogramms vom 10.06.2021.

Ziel:
Zur Unterstützung lokal organisierter, ehrenamtlich betriebener Verkehrsangebote, die der Ergänzung des öffentlichen Personennahverkehrs dienen, bezuschusst das Ministerium für Verkehr die bei den Betreibern solcher Verkehre anfallenden Kosten für Verwaltungsausgaben.

Fördergegenstand:
Übernahme von Verwaltungskosten, wie: 

  • Werbung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Verwaltungs- und Sachkosten, Gebühren
  • Ärztliche Untersuchungen, Schulungen und Fortbildungen der ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer sowie sonstigen ehrenamtlichen Personen
  • Anmietung eines Fahrzeugs
  • Versicherungen, die unmittelbar mit dem ehrenamtlich betriebenen Verkehrsangebot in Verbindung stehen (Bsp. Haftpflicht für ehrenamtliches Personal; ausgenommen: KFZ-Versicherungen)
  • Kosten im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung von Versammlungen und anderen Veranstaltungen einschließlich Ehrungen
  • Die Mittel für die Pauschale dürfen nicht verwendet werden, um Fahrzeuge anzuschaffen oder direkte Betriebskosten des Verkehrs zu decken.

Für 2021 ermöglicht das Verkehrsministerium Baden-Württemberg zusätzlich einen Corona-Härtefallausgleich. 

Förderzeitraum:
18.06.2021 bis 31.07.2021. 

Antragsberechtigte:
Kommunale Körperschaften, Gemeinden und eingetragene Vereine, die einen entsprechenden Verkehr durchführen (ein zum Zwecke der Verkehrsdurchführung gegründeter Bürgerbusverein oder ein anderer mit der Verkehrsdurchführung befasster Verein):

  • ehrenamtlich getragene Verkehre mit Linienverkehrsgenehmigung nach § 42 oder § 43 PBefG (ggf. als Sonderform des Linienverkehrs i.V. mit § 2 Abs. 4 PBefG)
  • ehrenamtlich getragene und nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 PBefG genehmigungsfreie Verkehre, die eine mit dem sonstigen ÖPNV-Angebot abgestimmte, der allgemeinen Öffentlichkeit zugängliche Beförderung anbieten.

Weitere Informationen:
Die Förderrichtlinie, das Antragsformular sowie weitere Informationen finden Sie hier

 

Eine Übersicht über alle Förderprogramme des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg finden Sie hier.

Veranstaltungen

In unserer Rubrik Veranstaltung informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Veranstaltung aus dem ÖPNV-Bereich. 

Dokumentation & Download

Veranstaltungsunterlagen zum Download

DatumVeranstaltung

15.02.2020

Mobilitätskongress: Mobilität braucht Vernetzung! Wir machen Baden-Württemberg zum Mobilitätsland Nr. 1

 
03.12.2020Erfahrungsaustausch Regiobusse

Newsletter-Ausgaben zum Download

Weitere Informationen und Wissenswertes zum Download

Netzwerke auf Bundesebene

NaKoMo

Das kostenlose Netzwerk NaKoMo bietet jede Menge Wissen und Ideen rund um die nachhaltige Gestaltung von Mobilität. Dreh- und Angelpunkt ist die Online-Austauschplattform für Kommunen, Länder und Bund, damit gute Praxis schneller verbreitet wird. Das Ziel ist ein direkter Draht zu den Ministerien und Projektträgern, um vorhandenes Wissen zu bündeln und wirklich effektive Maßnahmen zu identiizieren. In einm Video-Tutorial weden die Funktionen von nakomo.de kurz und verstädnlich erklärt.

Hier geht es zur Plattform

Mobilikon

Der Name des Nachschlagewerks ist aus den beiden Begriffen Mobilität und Lexikon entstanden. Im Mobilikon finden alle interessierten Nutzer Lösungen für kommunales Mobilitätsmanagement sowie anwenderfreundliche und praxistaugliche Maßnahmen. Mobilikon ist Teil des Programms "Region gestalten" und wurde vom BMI und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) Mobilikon entwickelt.

Eine Einführung in das Online-Nachschlagewerk finden Sie hier.

Kontakt




Kompetenzzentrum Neue ÖPNV-Angebotsformen
E-Mail: info@zukunftsnetzwerk-oepnv.de 
 

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