Ein Mann und eine Frau sitzen in Lounge-Sesseln. Eine Durchsage erklingt: Dingdong. 15 Uhr. Sie fahren bis Zielankunft zum Besten-Preis-Rabatt-Tarif!
Foto: Foto: Jonas Raeber/Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

ÖPNV-Strategie 2030

Handlungsfeld 6: Tarif und Vertrieb

Mit der ÖPNV-Strategie 2030 will das Land Baden-Württemberg Tarife und den Vertrieb von Tickets vereinfachen.

Zielbild 2030

2030 müssen sich Fahrgäste keine Gedanken mehr um den korrekten Fahrschein machen. Die Mehrheit nutzt den ÖPNV in ihrem alltäglichen Mobilitätsradius flexibel mit einem Abo. Auch für darüber hinausgehende Fahrten und für Gelegenheitskund:innen sind die Tarife landesweit günstig, intuitiv verständlich und vertrieblich leicht zugänglich. Die modernen Tarife und Vertriebskanäle tragen maßgeblich zur Kundenfreundlichkeit bei.

Digitale Vertriebs- und Kontrollinfrastrukturen sichern die Umsetzung von Check-in/ Be-out-Systemen (optional auch Be-in/Beout) und nutzerorientierten dynamischen Preismodellen, z. B. Bestpreis oder Rabatte für Fahrten außerhalb der Hauptverkehrszeiten. Weitere Verkehrsformen sind in die ÖV-Tarife integriert, etwa Mietfahrräder oder Carsharing Angebote.  

Ausgangslage

Die Tariflandschaft in Baden-Württemberg ist durch die vielen Verkehrsverbünde vielfältig. Mit dem landesweit geltenden bwtarif wurde ein Meilenstein in der Vereinfachung und Integration der Tariflandschaft erreicht. Auch werden stellenweise flexible, auf die sich ändernden Fahrgastbedürfnisse angepasste Tarife entwickelt und getestet, jedoch längst noch nicht in allen Teilen des Landes. Als Konsequenz sehen sich v. a. mit dem System (noch) nicht vertraute Neukundinnen und -kunden vielerorts mit einer Herausforderung aus Zonen, Waben und unterschiedlichen Beförderungsbedingungen konfrontiert – sicherlich ein erhebliches Zugangshemmnis zum System ÖPNV. Mit dem Aufbau eines landesweiten Check-in/Check-out-/Be-out-Vertriebssystems wird nun eine wichtige Voraussetzung für eine flexiblere und für die Fahrgäste einfache Tarifierung (Tages-Best-Preis) geschaffen.

Das Preis-Leistungsverhältnis der ÖPNV-Tickets gilt gerade in der Fläche aufgrund des häufig geringeren Verkehrsangebots als unvorteilhaft. Die Integration weiterer Mobilitätsangebote (z. B. von Sharingdiensten) in den ÖPNV-Tarif ist sowohl vertraglich als auch tariflich noch in der Entwicklungsphase und bietet den Fahrgästen daher bis auf einige Pilotprojekte noch kaum einen nennenswerten Mehrwert. 

Ansatzpunkte

Integrierte, einfache und für die Fahrgäste verständliche Tarife sollen im öffentlichen Verkehr gestärkt und weitere Mobilitätsangebote in den ÖPNV-Tarif integriert werden (z. B. Sharing-Angebote). Das Preis- Leistungsverhältnis soll aus Fahrgastsicht durch den Ausbau des ÖPNV-Angebots und unter Beibehaltung eines attraktiven Ticket-Preisniveaus oder durch eine Senkung verbessert werden. Gleichzeitig sollen flexible digitale Rabatt- und Tarifmodelle für neue Arbeitszeitmodelle den ÖPNV für treue Stammkundinnen und -kunden weiterhin attraktiv halten und auch Gelegenheits- und Neukundinnen und -kunden verstärkt für den ÖPNV gewinnen.

Zudem sollen die Kommunen u. a. zur Finanzierung günstiger Tarife die rechtliche Grundlage erhalten, auch mit einem Mobilitätspass Einnahmen zu erzielen. Mit dem landesweiten Ausbau digitaler Vertriebssysteme soll der Zugang zum ÖPNV für die Fahrgäste noch komfortabler und einfacher ausgestaltet werden. Das Land strebt zudem an, die bestehenden Verbundtarife, den bwtarif, Landestarife der Nachbarländer und den Deutschlandtarif zu einem konsistenten Tarifsystem zu entwickeln und dabei im internationalen Verkehr durch Kooperation mit den Tarifen anderer Länder sinnvolle Tarifangebote zu schaffen.

Augewählte Maßnahme

Gutes Beispiel: Der bwtarif vereinfacht verbundübergreifende Fahrten

Ein Ziel, ein Ticket. Landesweit. Dieses Prinzip gilt mit dem bwtarif und dem System der 21 Verbundtarife in ganz Baden-Württemberg seit Ende 2018. Sobald Fahrgäste eine Fahrt durch das Gebiet mehrerer baden-württembergischer Verbünde lösen, erhalten sie automatisch den bwtarif und können damit auch am Start- und Zielort der Fahrt den ÖPNV nutzen, ohne hierfür wie zuvor zusätzliche Tickets erwerben zu müssen. Seit Ende 2019 sind neben Einzel- und Tagestickets auch Zeitkarten im bwtarif erhältlich, so dass Vielfahrer:innen bei verbundübergreifenden Fahrten ebenfalls von dessen Vorteilen profitieren können. Der bwtarif macht Fahrten über Verbundgrenzen hinweg damit deutlich einfacher und günstiger und leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs in Baden-Württemberg zu erhöhen.

www.bwtarif.info

 

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