Foto: Martin Schiefelbusch/bwegt

Stadt- und Ortsbusse

Gute Erschließung des Gemeindegebiets

Stadt- und Ortsbusse schließen alle Ortsteile an den weiterführenden ÖPNV an. Sie ergänzen damit das überörtlich ausgerichtete Angebot mit Regionalbussen.

Der Bus ist für die verschiedensten Einsatzzwecke nutzbar und braucht nicht unbedingt eine eigene Infrastruktur. Damit ist er das ideale Fahrzeug für ein lokales ÖPNV-Angebot in kleinen und mittleren Städten. In vielen Kommunen bestehen solche eigenen Orts- oder Stadtlinien, die das überörtlich ausgerichtete Angebot mit Regionalbussen ergänzen. Aber auch in Großstädten spielt der Bus natürlich eine Rolle, hier in Kombination mit dem Schienenverkehr. Entscheidend für ein attraktives Angebot sind ein dichtes Fahrplanangebot sowie eine gute räumliche Erschließung.

Instrumente und mehr: Wann bietet sich ein Stadtbus an?

Zum Stadtbus gehört ein leicht merkbarer Taktfahrplan mit festen Haltestellen sowie klarer Linienführung. Beides erhöht die Attraktivität. Es sollten alle Ortsteile angefahren werden und die Haltestellen aus allen bewohnten Gebieten mit kurzem Fußweg erreichbar sein. Nur wenn andere Linien, etwa Regionalbusse, einen gleichwertigen Standard bieten, können diese auf den entsprechenden Korridoren die Bedienung übernehmen.

Die gute räumliche Erschließung ist wichtig, weil gerade in Klein- und Mittelstädten neben dem Auto auch Fuß- und Radverkehr als Alternativen zum Bus zu bedenken sind. Mit einem unzureichenden Angebot gerät er schnell ins Hintertreffen. Bei der Planung müssen daher auch die Randgebiete bedacht und etwa Supermärkte am Ortsrand angeschlossen werden, die meist wichtige Ziele sind.

Ein durchgehender Taktfahrplan erhöht Merkbarkeit und Attraktivität und macht das Angebot für viele Bedürfnisse erst nutzbar. Auch Einkaufs- und Freizeitwege sind wichtige Märkte für den ÖPNV. Sollte ein durchgehendes Busangebot wirtschaftlich nicht darstellbar sein, ist daher zu untersuchen, ob mit kleineren Fahrzeugen oder einer flexiblen Bedienform eine günstigere Alternative angeboten werden kann.

Sobald das Angebot mehrere Linien umfasst, sollten diese an einer zentralen Haltestelle im sogenannten „Rendezvous-Prinzip“ verknüpft werden: Alle Busse treffen sich dort im Takt und haben garantiert Anschluss untereinander. So können auch auf Umsteigeverbindungen gute Reisezeiten angeboten werden.

Kleine Ortsbuslinien mit einem Fahrzeug sind bereits in Gemeinden ab etwa 10.000 Einwohnern zu finden. Teils werden diese auf ehrenamtlicher Basis als Bürgerbus betrieben, aber es gibt auch andere Lösungen, etwa in Isny.

Gute Beispiele

Rendezvous-Prinzip

Die Grenze zwischen einem „Ortsbus“ in kleinen Gemeinden und einem „Stadtbus“ in größeren Kommunen ist fließend. Aus der Größe des Bedienungsgebiets sowie dem angestrebten Takt ergibt sich die Zahl der benötigten Fahrzeuge. Gute Beispiele für einen Stadtbusverkehr nach dem „Rendezvous-Prinzip“ sind etwa in Bruchsal und Lindau zu finden.

Oberleitungsbus

Baden-Württemberg hat außerdem mit dem Esslinger Obus eine deutschlandweite Rarität im Stadtbusbereich. Der schon seit langem emissionsfreie Verkehr mit der bewährten Oberleitungstechnik wird in den nächsten Jahren so erweitert, dass mit Batterie- und Hybridfahrzeugen bald das gesamte Netz klimaneutral betrieben werden kann.

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