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Zukunftsfahrplan BW: Zwischenbilanz und Perspektive

Der Bahnverkehr Baden-Württemberg richtet sich mit dem „Zukunftsfahrplan“ noch stärker an den Fahrgästen aus und erhöht die Zuverlässigkeit.

Mit dem Zukunftsfahrplan verfolgt Baden-Württemberg das Ziel, den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) langfristig zu verbessern. Das Land setzt auf einen verlässlichen, klimafreundlichen und stärker an den Bedürfnissen der Fahrgäste ausgerichteten Bahnverkehr. Seit dem Projektstart im Sommer 2024 arbeitet das Verkehrsministerium gemeinsam mit Fachleuten an einer Strategie für Angebot und Qualität im SPNV.

Am 23. Oktober 2025 fand im Haus der Architekten in Stuttgart die Veranstaltung „Zukunftsfahrplan: Zwischenbilanz und Perspektive“ statt. Verkehrsminister Winfried Hermann betonte in seiner Rede: „Der Zukunftsfahrplan ist unser langfristiger Kompass für einen starken, verlässlichen und klimafreundlichen SPNV in Baden-Württemberg. Zuverlässigkeit, attraktive Fahrplandichte und Qualität haben oberste Priorität.“

Das Zielkonzept 2025 sieht vor, dass auf allen regelmäßig genutzten Strecken mindestens stündlich ein Zug fährt – auf stark frequentierten Linien sogar halbstündlich oder öfter. Laut Minister Hermann ist der angestrebte Landesstandard bereits auf 85 Prozent der Strecken erreicht.

Herausforderungen bei Pünktlichkeit und Betriebsstabilität

Trotz des guten Angebots bestehen weiterhin Herausforderungen bei Pünktlichkeit und Betriebsstabilität. Der Zukunftsfahrplan adressiert diese mit konkreten Maßnahmen:

  • Fahrplanoptimierung: Neue Fahrpläne sollen ausreichend Haltezeiten und verlässliche Umsteigezeiten enthalten, insbesondere an stark frequentierten Bahnhöfen.
  • Komfort und Kapazität: Fahrgäste sollen möglichst einen Sitzplatz erhalten. Es wird Platz für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder eingeplant.
  • Sicherheit und Sauberkeit: Das Land stellt Mittel für Sicherheitsbegleitung bereit und überprüft die Sauberkeit standardisiert.

Mehr als 200 Teilnehmende aus Politik, Verwaltung, Verkehrsunternehmen, Verbänden und Zivilgesellschaft diskutierten digital und vor Ort aktuelle Herausforderungen und Perspektiven des SPNV. In zwei Podiumsdiskussionen kamen unter anderem Vertreter:innen von DB Regio, DB InfraGO, PRO BAHN, dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar und der Vorarlberger Landesregierung zu Wort.

Seit 2024 fanden acht Regionalforen statt, in denen regionale Anforderungen, Angebotsideen und Qualitätsstandards gesammelt wurden. Diese fließen nun in die konkrete Fahrplangestaltung und Infrastrukturplanung ein.

Peter Rumpf, Geschäftsführer der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), erklärte: „Der Dialogprozess hat geholfen, strategische verkehrliche Zielsetzungen in Resonanz zu bringen mit den Fragen, Impulsen und Bedarfen vor Ort. [...] Der Prozess lohnt sich, weil er eine Chance für bessere Lösungen und größere Akzeptanz ist.“

Bis 2026 soll ein Zielfahrplan vorliegen, der als Grundlage für künftige Ausschreibungen und den Ausbau der Infrastruktur bis über 2040 hinaus dient. Die Umsetzung erfolgt schrittweise ab 2028. Die Öffentlichkeit wird über die Plattform zukunftsfahrplan.de informiert.

Minister Hermann fordert zudem eine verlässliche Finanzierung durch den Bund: „Der Bund muss seiner Pflichtaufgabe besser nachkommen und den SPNV auskömmlich finanzieren. [...] Sonst werden unsere Erfolge im SPNV in Baden-Württemberg und der dringend notwendige Ausbau ausgebremst.“

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Schlagwörter: BahnSPNV

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