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Reaktivierung der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Calw und Stuttgart

Nach dem großen Festakt fährt die Hermann-Hesse-Bahn wieder regelmäßig – ein Meilenstein für vernetzte und klimafreundliche Mobilität.

Nach mehr als 40 Jahren Stillstand verbindet die reaktivierte Hermann‑Hesse‑Bahn seit dem 1. Februar 2026 wieder Calw mit Weil der Stadt. Bereits am Vortag feierten tausende Besucher:innen entlang der Strecke die Rückkehr der Bahn. Die Eröffnung markiert einen wichtigen Schritt für eine moderne, klimafreundliche Mobilität im ländlichen Raum und stärkt die Anbindung an die Metropolregion Stuttgart.

Reaktivierung nach 43 Jahren

Am Eröffnungstag fuhr der Zug erstmals feierlich von Calw nach Weil der Stadt und wurde an allen Stationen mit großem Zuspruch empfangen. Symbolische Akte wie die Übergabe von Zeitkapseln sowie kurze Ansprachen verdeutlichten die regionale Bedeutung des Projekts. Verkehrsminister Winfried Hermann erklärte: „Nach 43 Jahren Pause fahren hier wieder Züge – wie zuvor über 111 Jahre lang bis 1983. Die Stilllegung der Strecke war ein Fehler, der heute dank des Muts und des Engagements vieler Menschen aus der Region korrigiert wird.“ Landrat Helmut Riegger betonte: „Was wir heute erleben durften, war weit mehr als die Eröffnung einer Bahnlinie.“

Das Bahnhofsfest in Calw zog zahlreiche Gäste an. Besonders gefragt war die Besichtigung der neuen batterieelektrischen Züge der SWEG. Die Fahrzeuge fahren lokal emissionsfrei, arbeiten energieeffizient und können dank Batteriehybridantrieb sowohl mit als auch ohne Oberleitung verkehren. „Ohne die Batteriehybridzüge wäre ein elektrischer und damit lokal emissionsfreier Verkehr auf dieser Strecke gar nicht möglich“, sagte SWEG‑Chef Tobias Harms.

Mit der Wiederinbetriebnahme gilt auf der Strecke der Tarif des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS). Fahrgäste profitieren von günstigeren Preisen und einheitlichen Tickets. „Die Hermann-Hesse-Bahn ist ein echter Gewinn für die gesamte Region“, so VVS‑Geschäftsführer Jan Neidhardt.

Fledermäuse müssen sich noch an den Betrieb gewöhnen

Seit dem 1. Februar 2026 läuft der Fahrgastbetrieb im sogenannten Vorlaufbetrieb. Bis April verkehrt die Bahn stündlich und nur tagsüber, damit sich Fledermäuse in den Tunneln an die neue Situation gewöhnen können. Langfristig können die Fahrgäste die Bahn werktags alle 30 Minuten nutzen, an Wochenenden, Feiertagen und nach 20 Uhr jede Stunde, so der Plan. Ab Sommer sollen Züge bis Renningen fahren. Rund 3.000 Menschen werden die Verbindung nach Schätzung des Landratsamts täglich nutzen. 

Die Hermann-Hesse-Bahn gilt als Pionierprojekt für die Reaktivierung stillgelegter Strecken. Sie verbessert die regionale Mobilität, stärkt Wirtschaft und Tourismus und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz.

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