Reaktivierung von Bahnstrecken

Baden-Württemberg setzt sich für die Reaktivierung von Schienenstrecken im Land ein. Die Machbarkeitsstudie für Wutachtalbahn ist deutlich positiv ausgefallen.

Eine vom Land Baden-Württemberg beauftragte Studie hat im Jahr 2020 ergeben, dass die potenzielle Fahrgastnachfrage bei einer Reaktivierung der Wutachtalbahn von Stühlingen nach Waldshut und der Wehratalbahn von Schopfheim nach Bad Säckingen jeweils hoch ist. In der Folge gaben die Landkreise Waldshut (für beide Bahnen) und Lörrach (für die Wehratalbahn) gemeinsam mit den Kommunen an der Strecke eine Machbarkeitsstudien in Auftrag. Dabei sollten u. a. die Kosten für die Wiederherstellung und Ertüchtigung der Infrastruktur ermittelt und eine Berechnung des volkswirtschaftlichen Nutzens durchgeführt werden. Bei einem positiven Nutzen-Kosten-Verhältnis können Investitionen durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Bundes oder das des Landes gefördert werden – eine finanzielle Grundvoraussetzung für einen Ausbau und eine Inbetriebnahme der Strecken. Das Land Baden-Württemberg hatte die Machbarkeitsstudien bezuschusst.
 


Die Machbarkeitsstudie für die Wutachtalbahn ist bereits fertiggestellt und deutlich positiv ausgefallen. Die Ausgangsvoraussetzungen für eine Reaktivierung von Stühlingen bis Waldshut sind günstig, da die Strecke intakt ist und derzeit an Schultagen in sehr eingeschränktem Umfang Schülerzüge und vereinzelt Ausflugszüge auf der Strecke verkehren. Für einen zukünftigen Taktbetrieb bis Waldshut ist Nachfragepotential deutlich höher ist, als wenn nur der Streckenabschnitt von Stühlingen bis Lauchringen bedient wird.

Die Machbarkeitsstudie für die Wehratalbahn konnte noch nicht fertig gestellt werden, weil hier die Ausgangsvoraussetzungen für eine Reaktivierung der Strecke komplexer sind. Die Strecke müsste demnach komplett wieder aufgebaut und der Fahrnauer Tunnel umfangreich saniert werden, was zu sehr hohen Investitionskosten von ca. 181 Millionen Euro führen würde. Das konkrete Ergebnis bleibt abzuwarten und wird voraussichtlich im April 2023 vorliegen.

Um die Fördermittel für Machbarkeitsstudien optimal einzusetzen, hat das Land Baden-Württemberg eine vergleichende Potenzialuntersuchung durchgeführt. Insgesamt 42 Bahnstrecken in wurden dabei hinsichtlich ihres Fahrgastpotenzial untersucht. Mehr als 30 Strecken wurde ein relevantes Fahrgastpotenzial bescheinigt.

Teilen

Newsletter

Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Jetzt abonnieren
totop-arrow