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Nutzen-Kosten-Analyse bestätigt Reaktivierung der Ablachtalbahn

Positive Analyse bescheinigt: Die Reaktivierung der Ablachtalbahn ist wirtschaftlich sinnvoll und stärkt Mobilität und Klimaschutz.

Auf dem Weg zur Reaktivierung der Ablachtalbahn von Radolfzell über Stockach nach Meßkirch und Mengen wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht: Eine vertiefte Nutzen-Kosten-Untersuchung des Verkehrswissenschaftlichen Instituts Stuttgart (VWI) und des Ingenieurbüros biechele infra consult bestätigt ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,24. Damit übersteigt der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten um 24 Prozent. Die Untersuchung folgt den Standards des Bundesverkehrsministeriums und bildet nach Potentialanalyse (2020) und Machbarkeitsstudie (2023) den dritten zentralen Schritt.

Die Reaktivierung soll die Ost-West-Verbindung zwischen Bodensee und Donau stärken und einen stündlichen Schienenpersonennahverkehr ermöglichen. Elf Stationen liegen an der Strecke, deren Ertüchtigung Investitionen von rund 116,2 Millionen Euro erfordert. Vorgesehen sind neue barrierefreie Bahnsteige, modernisierte Gleisanlagen, höhere Geschwindigkeiten sowie Schranken und Lichtzeichen an allen Bahnübergängen. „Die Züge sollen auf der Ablachtalbahn künftig nicht mehr wie heute im Bummelzugtempo fahren“, sagt Arne Zwick, Bürgermeister von Meßkirch.

Die Planung rechnet mit batterieelektrischen Fahrzeugen, die auf elektrifizierten Abschnitten laden und auf der Ablachtalbahn im Batteriebetrieb fahren sollen. Die Fahrzeit von Meßkirch nach Stockach würde auf rund 24 Minuten sinken. Durch das Angebot erwartet die Studie rund 2.700 Fahrten pro Tag. „Das sind mehr Fahrgäste, als in den 90er Jahren für die Seehäsle-Bahnreaktivierung von Stockach nach Radolfzell prognostiziert wurden, die heute als große Erfolgsgeschichte im Kreis Konstanz anerkannt ist“, betont Severin Rommeler, Bürgermeister von Sauldorf.

Auch der Klimaschutz profitiert: Die Gutachter errechneten eine jährliche Einsparung von 743 Tonnen CO₂. Grund dafür ist eine deutliche Verlagerung vom Auto auf die Schiene – rund 145.500 Pkw-Fahrten würden pro Jahr entfallen. Ein paralleler Busverkehr wäre laut Studie weniger attraktiv und würde deutlich weniger Fahrgäste anziehen.

Abschnitt von Stockach bis Menningen-Leitishofen könnte 2032 in Betrieb gehen 

Die Studie empfiehlt, die Reaktivierung weiter voranzutreiben und nun in die formal erforderliche Standardisierte Bewertung einzutreten. Nach deren Abschluss können Fördermittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) beantragt werden. Bis zu 95 Prozent der Investitionskosten könnten dadurch finanziert werden. Laut Zeitplan könnten die Genehmigungen bis 2029 vorliegen, ein Baubeginn wäre 2030 möglich. Der erste Abschnitt von Stockach bis Menningen-Leitishofen könnte 2032 in Betrieb gehen.

Für die Kommunen entlang der Strecke ist das Projekt ein bedeutender Standortfaktor. „Ein stündlicher, schneller und komfortabler Zug direkt an den Bodensee und an die Donau wäre für Pendler und Schüler eine gewaltige Verbesserung“, sagt Zwick. Auch die bereits erfolgreiche Freizeitbahn „Biberbahn“, die 2025 rund 11.600 Fahrgäste zählte, zeigt nach Darstellung der Kommunen, welches Potenzial in der Strecke steckt.

Mehr zur Reaktivierung der Ablachtalbahn erfahren Sie hier.

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