Am 25. und 26. Februar 2026 trafen sich die Partnerregionen des europäischen Kooperationsprojekts NEXT RIDE im slowenischen Hrpelje-Kozina. Das dritte interregionale Treffen stand im Zeichen zentraler Governance-Fragen, die für die Einführung vernetzter und automatisierter Mobilitätsangebote (Cooperative, Connected and Automated Mobility – CCAM) entscheidend sind.
Expert:innen aus Slowenien zeigten, wie das Land den öffentlichen Verkehr neu strukturiert. Aleksander Đurić (DUJPP, staatliche Gesellschaft für das Management des öffentlichen Personenverkehrs in Slowenien) erläuterte den Aufbau einer einheitlichen Verwaltungsbehörde, die bisher getrennte Bus- und Bahnangebote zu einem integrierten System zusammenführt. Damit sollen Verkehrsströme optimiert und Reisezeiten reduziert werden. Ergänzend stellte Tilen Filipčič (RRC Koper, regionales Entwicklungszentrum) die verpflichtenden Regionalen Mobilitätszentren vor. Diese verbinden kommunale Anforderungen mit nationalen Strategien und sollen Mobilitätslücken in ländlichen und küstennahen Regionen schließen, vor allem auf der letzten Meile.
Ein Schwerpunkt des Treffens lag auf der Analyse zentraler Stakeholder:innen. Die Projektpartner:innen bewerteten Einfluss, Ziele und Bedarfe der wichtigsten Akteure, um bestehende Hürden zwischen Strategie und Umsetzung besser zu verstehen. In einem Workshop formulierten die am Projekt teilnehmenden Regionen ihre dringlichsten aktuellen Herausforderungen und entwickelten gemeinsam Lösungsansätze. Ein Planspiel zur öffentlichen Mobilität machte deutlich, wie schwierig es ist, Innovation, begrenzte Budgets und unterschiedliche Erwartungen in Einklang zu bringen.
NEXT RIDE reagiert auf zentrale Herausforderungen des öffentlichen Verkehrs in Europa: Fachkräftemangel, steigende Kosten und hohe Umweltbelastungen setzen viele Regionen unter Druck. Gleichzeitig entstehen durch Automatisierung und Vernetzung neue Möglichkeiten. Das Projekt unterstützt Verkehrsbehörden dabei, CCAM-Technologien in Planung und Strategie zu integrieren. Partnerregionen aus West-, Ost- und Südeuropa teilen ihr Wissen, um erfolgreiche Ansätze zu übertragen und an lokale Rahmenbedingungen anzupassen.
Die NVBW bringt ihre Expertise in Planung, Finanzierung und Ausschreibung von Nahverkehrsleistungen ein. Bis 2030 sollen automatisierte Fahrzeuge verstärkt zum Einsatz kommen – ein Zeitraum, in dem viele Verkehrsverträge neu ausgeschrieben werden. NEXT RIDE schafft dafür die fachlichen Grundlagen. Das Projekt läuft von Mai 2025 bis Juli 2029 und hat ein Budget von rund 1,63 Millionen Euro.

