Die Bodensee-Oberschwaben-Bahn (BOB) will die Verantwortung für die Regionalbahn-Linie RB 91 Friedrichshafen – Aulendorf Ende 2027 vollständig an das Land Baden-Württemberg übergeben. Der Beirat der BOB hat den Gesellschaftern diese Entscheidung empfohlen. Die formale Beschlussfassung soll im April 2026 folgen. Das Land sichert den durchgehenden Betrieb ohne Unterbrechung zu. Ab Ende 2027 soll DB Regio die Leistungen über einen bestehenden Vertrag übernehmen.
Die auch als Geißbockbahn bekannte BOB betreibt seit über 30 Jahren die 42 Kilometer lange Strecke zwischen Friedrichshafen Hafen, Ravensburg und Aulendorf. Die RB 91 fährt im Stundentakt und bedient 13 Stationen. Seit 2021 setzt die BOB acht gebrauchte Elektrotriebzüge der Baureihe 426 ein. Rund 1,5 Millionen Fahrgäste nutzen das Angebot jährlich. Eigentümer der kommunal verankerten Eisenbahn sind Kommunen und Landkreise aus der Region.
Nach der Einigung mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg im Jahr 2022 zu einer Fortführung des Verkehrsvertrags bis zu einer Neuausschreibung der SPNV-Leistungen im Jahr 2032, hat die BOB umfassend die Handlungsoptionen für eine zukünftige Aufstellung geprüft. In einer Grundsatzprüfung kam der Beirat nun zu dem Schluss, dass die Übergabe an das Land der richtige Schritt ist. Die betrieblichen und rechtlichen Rahmenbedingungen hätten sich seit den 1990er-Jahren stark verändert. Der kommunale Einfluss sei deutlich geringer geworden.
Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: „„Als Aufgabenträger garantieren wir, dass ein gutes Angebot auf der Strecke bestellt und finanziert wird. Wir verstehen die Entscheidung der Verantwortlichen, den Betrieb der BOB nicht mehr weiter zu verantworten, zumal man diesen nicht selbst erbracht hat.“ Nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 sollen neuwertige Triebzüge des Typs Talent 3 im bwegt-Design am Bodensee eingesetzt werden.
Mit der Übergabe endet eine über 30-jährige Eigenverantwortung der BOB. Die Schienenanbindung der Gemeinden gilt heute als gesichert. Beirat und Gesellschafter danken dem Land für die Zusammenarbeit und hoffen, dass die Fahrgäste der RB 91 treu bleiben.
