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UBA-Studie: Milliarden für den ÖPNV-Ausbau nötig

Eine UBA-Studie zeigt: Für die Mobilitätswende muss der Nahverkehr verlässlich finanziert und massiv ausgebaut werden – auch auf dem Land.

Der öffentliche Nahverkehr muss deutlich ausgebaut werden, um die Klimaziele im Verkehrssektor bis 2045 zu erreichen. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA). Demnach müsste das Angebot bei den Busverkehren verdoppelt und bei den Schienenverkehren um 50 Prozent gesteigert werden. Ziel ist ein flächendeckendes Angebot, das auch ländliche Regionen mindestens im Stundentakt anbindet. Der Weg zu nächstgelegenen Bus- oder Bahnhaltestelle sollte dabei maximal 500 Meter betragen.

Der beste Anreiz, damit mehr Menschen das eigene Auto stehen lassen, sei ein flächendeckend gut ausgebauter und verlässlicher Nahverkehr, heißt es in der Studie. Flexible Modelle wie Rufbusse sollen dort ergänzen, wo der klassische ÖPNV an seine Grenzen stößt. Besonders Kinder, ältere Menschen und Haushalte ohne eigenes Auto sollen profitieren.

Rund 91,6 Milliarden Euro zusätzlich bis 2045 notwendig

Für den Ausbau sind laut Studie bis 2045 zusätzlich 91,6 Milliarden Euro erforderlich. Die Finanzierungslücke ergibt sich aus dem Unterschied zwischen den prognostizierten Kosten einerseits und den erwarteten Einnahmen und öffentlichen Mitteln andererseits. Allein im Jahr 2045 würden die Betriebskosten des ÖPNV bei 93,2 Milliarden Euro liegen. Die zusätzlichen Mittel sollen unter anderem steigende Löhne, Betriebskosten und die Modernisierung des Fuhrparks abdecken.

Das UBA empfiehlt, im geplanten Modernisierungspakt Nahverkehr bundesweite Standards für Erreichbarkeit und Bedienung festzulegen. Die derzeit gesetzlich fixierten Regionalisierungsmittel des Bundes gelten nur bis 2031. Um Planungssicherheit zu schaffen, sollten sie für 20 Jahre verlängert werden. Ein Infrastrukturfonds könnte helfen, Investitionen in die Nahverkehrsinfrastruktur zu finanzieren.

Auch das Deutschlandticket soll laut Studie verstetigt werden. Es habe sich als attraktives Tarifmodell etabliert, verursache jedoch Einnahmeausfälle. Ein gezielter Angebotsausbau – insbesondere in ländlichen Regionen – könne neue Nutzergruppen erschließen und Einnahmen stabilisieren. Dennoch bleibe eine Finanzierungslücke, die dauerhaft durch öffentliche Mittel gedeckt werden müsse.

Die Studie schlägt vor, weitere Finanzierungsquellen zu erschließen. Ein Beispiel ist ein verpflichtender Arbeitgeberbeitrag, wie er in Frankreich erhoben wird. „Je nach Ausgestaltung könnten so zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich bereitgestellt werden.“ Voraussetzung sei ein bundesweit einheitlicher, rechtssicherer Rahmen.

Hier geht es zur Studie „Luftreinhaltung und Klimaschutz durch Stärkung des ÖPNV: Finanzierungsgrundlagen erweitern und verstetigen“.

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