Mit der konstituierenden Sitzung des Projektbeirats am 21. Mai 2026 ist der offizielle Startschuss für das Projekt „Haltestelle der Zukunft“ gefallen. Im Auftrag des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg erarbeitet das Team Stationsentwicklung der NVBW gemeinsam mit Expert:innen für Verkehrsplanung, Design und Kommunikation einen landesweiten Online-Leitfaden, der Kommunen und andere Aufgabenträger bei Planung, Neu- und Umbau sowie bei der Weiterentwicklung von Bushaltestellen unterstützt.
Haltestellen sind die Visitenkarte des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Sie sind entscheidend für den ersten Eindruck der Bürger:innen vom ÖPNV sowie für den Komfort und das Sicherheitsgefühl wartender Fahrgäste. Genau hier setzt auch der Leitfaden an.
Zum Auftakt der ersten Beiratssitzung begrüßte Michael Öhmann, Referatsleiter im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, die Mitglieder. Anhand einer Anekdote machte er deutlich, wie Haltestellen nicht mehr sein sollten: Fahrgäste hatten an einer Haltestelle Plastikstühle mit einem Fahrradschloss befestigt, weil Sitzgelegenheiten fehlten. Haltestellen seien weit mehr als reine Wartepunkte, betonte Öhmann. Sie wirkten auf die Wahrnehmung von Innenstädten und Ortsmitten und spielten eine zentrale Rolle für die Attraktivität des ÖPNV. Beiratsmitglied Prof. Dr. Henning Krug ergänzte, dass sie – bei gelungener Gestaltung – sogar zu Zentren von Quartieren werden können.
Im Projekt entsteht ein flexibler Leitfaden als Baukasten, der die Arbeit von Planer:innen und Entscheider:innen vereinfachen soll. Er ordnet unterschiedliche Haltestellentypen systematisch ein und definiert abgestufte Ausstattungsstandards. Der Fokus liegt auf Bushaltestellen, einbezogen werden aber auch kleinere Zentrale Omnibus-Bahnhöfe (ZOBs) sowie virtuelle Haltestellen für On-Demand-Verkehre. Themen wie Barrierefreiheit, Sicherheit, Aufenthaltsqualität, gendergerechte Mobilität und Fahrgastinformation fließen von Beginn an in die Entwicklung ein. Der Leitfaden berücksichtigt dabei Fahrgastpotenziale sowie unterschiedliche räumliche und finanzielle Rahmenbedingungen.
Im Beirat vertreten sind unter anderem der Landkreistag, der Städtetag und der Gemeindetag Baden-Württemberg, das Regierungspräsidium Freiburg, Verkehrs- und Branchenverbände sowie die Wissenschaft. Die Mitglieder begleiten das Projekt fachlich und bringen unterschiedliche Perspektiven ein.
Der Leitfaden „Haltestelle der Zukunft“ soll im Sommer 2027 erscheinen. Aktuelle Informationen zum Projekt werden fortlaufend auf www.zukunftsnetzwerk-oepnv.de veröffentlicht.
