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Esslingen stellt Nahverkehr auf Elektromobilität um

Esslingen erhält die ersten von insgesamt 52 Oberleitungsbussen und setzt damit neue Maßstäbe im Nahverkehr.

In Esslingen wurden die ersten von insgesamt 52 neuen batteriebetriebenen Oberleitungsbussen feierlich übergeben. Damit wird die Stadt bis Ende des Jahres 2026 eine der ersten deutschen Städte sein, die ihren ÖPNV auf 100 Prozent Elektromobilität umgestellt haben. Neben Esslingen arbeiten auch die Städte Solingen in NRW und das brandenburgische Eberswalde mit Oberleitungen im Nahverkehr. In der Schweiz, Österreich und Italien zählen Oberleitungen schon zu einer gängigen Technik im Nahverkehr.

„Das ist ein herausragender Meilenstein in der Geschichte des Esslinger Nahverkehrs, der zeigt, dass nachhaltige Mobilität und ein attraktives Verkehrsangebot erfolgreich miteinander verbunden werden können“, sagt Matthias Klopfer, Oberbürgermeister der Stadt Esslingen. Neben den 52 geplanten Bussen beinhaltet der Vertrag zwischen den Stadtwerken Esslingen und der tschechischen Škoda Group noch eine Option auf die Lieferung von neun weiteren Oberleitungsbussen.

„Die Übergabe der ersten neuen Oberleitungsbusse ist ein wichtiger Schritt zu einem emissionsfreien ÖPNV. Bund, Land, Kommune und die beteiligten Unternehmen leisten damit einen bedeutenden Beitrag zu einer lebenswerten Stadt. Wir hoffen, dass Esslingen eine Vorreiterrolle einnimmt und andere Städte diesem Beispiel folgen werden. Diesen Weg unterstützen wir als Landesverkehrsministerium auch weiterhin konsequent“, findet Raimund Haser MdL, Staatssekretär im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg.

Förderung von Bund und Land

Vom Bundesministerium für Verkehr hat Esslingen eine Förderung in Höhe von rund 27 Millionen Euro erhalten. Die Summe ist damit die größte Einzelförderung in der Geschichte der Stadt. Diese Mittel fließen neben der Beschaffung von 42 Batterie-Oberleitungsbussen auch in den Ausbau des Esslinger Oberleitungsnetzes. Die Busse, die Ende des Jahres folgen werden, erhalten die „Förderung umweltfreundlicher und emissionsarmer ÖPNV-Linienbusse und Bürgerbusse zur Ergänzung des ÖPNV“ mit 1,43 Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg. Insgesamt investiert Esslingen rund 64 Millionen Euro in den Ausbau von Elektromobilität im Nahverkehr.

Elektromobilität für Esslingen

Die Oberleitungsbusse haben entscheidende Vorteile, die bei der Emissionseinsparung eine bedeutende Rolle spielen: Während des Fahrens an Oberleitungen können sie kontinuierlich elektrisch geladen werden, sodass sie auf Streckenabschnitten ohne Oberleitung etwa 25 Kilometer zurücklegen können. Beim Bremsvorgang wird ein Teil der Energie außerdem zurückgewonnen und gespeichert. Der benötigte Strom stammt von „grün ES“, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Esslingen, der die Busse ausschließlich mit grüner Energie versorgt. Durch das Zusammenspiel von Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und Oberleitungsnetz wird Esslingen so zum Vorzeigeprojekt für nachhaltige Mobilität im ÖPNV.

Moderne Ausstattung der neuen Busse

Bis Ende des Jahres 2026 werden 10 Solo- und 42 Gelenk-Oberleitungsbusse in Esslingen verkehren. Sie sollen den Fahrgästen des Städtischen Verkehrsbetriebes Esslingen (SVE) einen hohen Komfort, barrierefreie Einstiege und großzügige Mehrzweckflächen bieten. Fahrgäste können sich zudem über moderne Informationssysteme sowie WLAN und eine elektrische Rampe für Kinderwägen und Rollstühle in den Bussen freuen. 

Zur Ausstattung gehören ebenfalls Diagnosesysteme, die unter anderem die Möglichkeit zur Fernwartung erlauben. Durch die neuen Busse werden Lärm- und Schadstoffemissionen im gesamten Stadtgebiet reduziert. Zum Lieferumfang gehört bei der Škoda Group ein umfangreicher Service, der eine langfristige Betriebssicherheit der Fahrzeuge gewährleistet und den Verkehrsbetreibenden beim Einsatz der Oberleitungsbusse im Linienverkehr unterstützt.

Nicht nur für Esslingen selbst, sondern auch für die Škoda Group markiert die Zusammenarbeit mit Esslingen einen Meilenstein: „Die Auslieferung der ersten Batterieoberleitungsbusse der Škoda Group nach Esslingen ist für uns ein besonderer Meilenstein. Das Projekt verbindet die traditionsreiche Esslinger Geschichte der Oberleitungsbusse mit modernster Elektromobilität", sagt Karel Majer, Vorstandsvorsitzender von Škoda Electric, Teil der Škoda Group.

Bis Ende 2026 will die Stadt Esslingen ihren Nahverkehr auf 100 Prozent Elektromobilität umstellen. Oberbürgermeister Matthias Klopfer ist jedoch überzeugt: „Ich bin mir sicher, dass andere Städte diesem Beispiel folgen werden.“

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