Die Verkehrsministerkonferenz hat sich in München einstimmig auf eine Preiserhöhung des Deutschlandtickets geeinigt. Damit steigt der Preis von aktuell 58 Euro auf 63 Euro pro Monat. Bereits Anfang 2025 war der Preis von 49 auf 58 Euro erhöht worden. Grund ist ein Finanzstreit zwischen Bund und Ländern, wie erwartete Mehrkosten bei den Verkehrsunternehmen ausgeglichen werden sollen.
Finanzierung bis 2030 gesichert
„Die Nutzerinnen und Nutzer können sich darauf verlassen, alle haben jetzt Klarheit, wie das weitergeht“, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU). Bund und Länder stellen bis 2030 jeweils 1,5 Milliarden Euro bereit.
Preisindex ab 2027
Ab 2027 soll ein Preisindex eingeführt werden, der Faktoren wie Energie- und Personalkosten berücksichtigt. „Wir wollen, dass das ein Automatismus wird“, erklärte Bernreiter. Künftige Debatten über Preisanpassungen sollen damit entfallen.
Seit seiner Einführung im Mai 2023 hat das stark subventionierte Ticket die Branche verändert: Rund 14 Millionen Menschen nutzen es regelmäßig, doch Verkehrsunternehmen klagen über Einnahmeausfälle, da frühere Abos teurer waren.
Branche sieht Chancen und Risiken
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßt die Einigung, mahnt jedoch anhaltende Probleme an. VDV-Präsident Ingo Wortmann sagte: „Fahrgäste und Branche haben jetzt Gewissheit bis 2030. Auch mit den beschlossenen fünf Euro Preiserhöhung bleibt das Deutschlandticket ein hoch attraktives Ticket.“
Allerdings schließe die Preisanpassung die erwartete Finanzierungslücke von rund 800 Millionen Euro für 2026 nicht vollständig. Wortmann forderte zusätzliche Maßnahmen: „Mit der Planungssicherheit müssen wir uns nun verstärkt auf die Werbung, den Vertrieb des Tickets und weitere Tarifvereinfachungen konzentrieren.“ Durch mehr Verkäufe auch bei Job-Tickets müsse die Finanzierungslücke geschlossen werden. Die Länder unterstützen diesen Ansatz und haben einer gemeinsamen Werbeoffensive zugestimmt.
