Die Elektrifizierung und der Ausbau der Brenzbahn zwischen Aalen und Ulm sind einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Das Land Baden-Württemberg, die Landkreise Heidenheim, Ostalbkreis, Alb-Donau-Kreis sowie die Stadt Ulm haben gemeinsam mit der Deutschen Bahn eine Finanzierungsvereinbarung für die Planungsphase unterzeichnet. Damit können die Vor-, Entwurfs- und Genehmigungsplanungen starten.
Die Brenzbahn ist eine 72 Kilometer lange, eingleisige und bislang nicht elektrifizierte Strecke, die Aalen, Heidenheim, Langenau und Ulm verbindet. Sie gilt als zentrale Verkehrsachse für Ostwürttemberg. Aufgrund der fehlenden Elektrifizierung und der begrenzten Kreuzungsmöglichkeiten ist die Kapazität derzeit stark eingeschränkt. Eine Ausweitung des Zugverkehrs ist unter den aktuellen Bedingungen nicht möglich.
Mit dem geplanten Ausbau soll sich das Angebot im Schienenpersonennahverkehr deutlich verbessern. Vorgesehen ist, den schnellen Expresszug künftig stündlich statt wie bisher alle zwei Stunden verkehren zu lassen. Auch die Regio-S-Bahn-Linien sollen ausgebaut und teilweise verlängert werden. Neue Haltepunkte wie Ulm-Messe, Aalen Süd und Oberkochen Süd sind geplant. Damit erhalten mehr Menschen entlang der Strecke einen attraktiven Zugang zur Schiene.
Die Kosten für die Planungsphase belaufen sich auf rund 63 Millionen Euro. Das Land übernimmt mit 34,6 Millionen Euro etwas mehr als die Hälfte, die beteiligten Landkreise und die Stadt Ulm tragen den Rest. Die Gesamtkosten für den Ausbau und die Elektrifizierung werden derzeit auf etwa 600 Millionen Euro geschätzt. Neben dem Land und den Kommunen beteiligen sich auch der Bund und der Freistaat Bayern an der Finanzierung. Der Ausbau ist Teil des Regio-S-Bahn-Donau-Iller-Projekts, das den Nahverkehr rund um Ulm verbessern soll.
Verkehrsminister Winfried Hermann betonte: „Der Ausbau der Brenzbahn steht beim Land weit oben auf der Agenda und ist ein zentrales Anliegen des Mobilitätspakts Aalen-Heidenheim. Es ist das erste große Ausbau- und Elektrifizierungsprojekt, bei dem wir die Planung im Schulterschluss mit der Region finanzieren.“
In den nächsten fünfeinhalb Jahren wird die Deutsche Bahn zunächst die Vor-, Entwurfs-, und Genehmigungsplanung durchführen, welche dann im Planfeststellungsverfahren münden. Für diesen Prozess sind weitere ca. drei Jahre eingeplant. Erst danach kann der eigentliche Bau beginnen.
Mobilitätspakt als Motor für nachhaltige Lösungen
Der Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim begleitet das Projekt seit seiner Gründung im Jahr 2020. Ziel des Bündnisses aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft ist es, die Verkehrsinfrastruktur durch vernetzte und nachhaltige Lösungen zu entlasten. Die Elektrifizierung der Brenzbahn ist dabei ein Schlüsselprojekt. „Dass die Betrachtung aller Verkehrsträger und deren Vernetzung untereinander Früchte trägt, zeigt die heutige Vertragsunterzeichnung des Brenzbahn-Projekts“, so Minister Hermann.
Mit dem Ausbau der Brenzbahn wird nicht nur die Mobilität in der Region verbessert, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Elektrische Züge sind leiser, effizienter und verursachen deutlich weniger CO₂-Emissionen als Dieselfahrzeuge. Damit wird die Brenzbahn fit für die Zukunft und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsraums Ostwürttemberg.
