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MOBILOTSIN-online: Radverkehr und ÖPNV-Haltestellen
Die Planungen zur Reaktivierung der Kochertalbahn kommen voran: Für die Strecke zwischen Kupferzell und Gaisbach soll nun eine passende Trassenführung erarbeitet werden. Diese wurde den Anrainerkommunen Waldenburg, Kupferzell und Künzelsau in einer Sitzung im Juli vorgestellt. Aktuell erstellen die Ingenieurbüros Obermeyer, Schüßler-Plan und Transport Technologie-Consult Karlsruhe Gmbh (TTK) die Vorplanung für das Großprojekt, dessen Umsetzung im ersten Halbjahr 2027 beginnen soll. Die Projektträgerschaft für die Streckenreaktivierung hat die Stadtverwaltung Künzelsau inne, die in engem Austausch mit den Anrainerkommunen steht und das Projekt beim Landratsamt Hohenlohekreis voran bringt.
„Wir prüfen dabei Möglichkeiten für eine effiziente, partnerschaftliche und zügige Projektumsetzung. Die Planungen verlaufen weiterhin im Zeitplan. Weitere Ergebnisse der Vorplanung erwarten wir im Spätherbst und stellen diese wieder in den Gremien vor“, sagte Stefan Neumann, Bürgermeister von Künzelsau. Nach der Vorplanung werden die drei beteiligten Kommunen und der Kreistag über die Vorzugstraße entscheiden. Für die Entscheidung ist auch das Ergebnis der Standardisierten Bewertung erforderlich: Liegt der Kosten-Nutzen-Indikator über 1, kann nächstes Jahr die Vergabe über das Projekt beginnen.
„Mit der Erarbeitung der Vorzugstrasse erreichen wir einen wichtigen Zwischenschritt. Gleichzeitig zeigt sich, dass sich die intensive Planungsarbeit und die frühzeitige Bürgerbeteiligung gelohnt haben. Unser Ziel bleibt eine leistungsfähige, wirtschaftliche und möglichst verträgliche Lösung für die Menschen entlang der Strecke und der Baustart spätestens 2030“, so Stefan Neumann.
Auch das Land Baden-Württemberg unterstützt die Reaktivierungspläne: „Die Reaktivierung der Kochertalbahn schafft attraktive Angebote für die Menschen vor Ort und trägt auch gezielt zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts bei“, sagte Baden-Württembergs Verkehrsministerin Nicole Razavi, MdL. „Konkret kann ich in Aussicht stellen, dass wir die Betriebskosten auf der Strecke nach Künzelsau mindestens für einen Stundentakt übernehmen wollen. Die Förderkulisse für Reaktivierungen ist nach wie vor sehr attraktiv. So finanziert der Bund derzeit bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Baukosten und zahlt auch eine Planungskostenpauschale. Wir haben vor, diese Förderung aufzustocken und mindestens 57,5 Prozent jener zuwendungsfähigen Bau- und Planungskosten zu finanzieren, die nicht vom Bund übernommen werden. Zudem sind wir bereit, die Hälfte der Planungskosten für die Leistungsphasen 3 und 4 vorzufinanzieren. Voraussetzung für unsere finanzielle Unterstützung ist selbstverständlich, dass das Projekt vor Ort weiterverfolgt wird.“
Fachliche Untersuchungen zeigen außerdem, dass die örtlichen Verhältnisse zwischen Gaisbach und Künzelsau für einen Stadtbahntunnel geeignet sind: „Wir haben die verschiedenen Trassen nach technischen, verkehrlichen, wirtschaftlichen und umweltbezogenen Kriterien bewertet. Der Tunnel bietet insgesamt die größten Vorteile und stellt aus heutiger Sicht die beste Lösung für die weitere Planung dar“, bestätigte Helen Weisser, M.Eng., stellvertretende Projektleiterin der Obermeyer.
Eine Streckenführung ohne Tunnel wäre nicht nur länger, sondern würde auch stärker in das Landschaftsbild eingreifen. Nach Angaben der Projektverantwortlichen müssten ebenfalls über 50 Flurstücke zerschnitten werden. Bei der Variante mit Tunnel wären es nur rund zehn. Gleichzeitig erhöht eine kürzere Fahrzeit auch die Attraktivität der Bahn. Durch einen Tunnel könnte der Radweg außerdem größtenteils parallel zur Schienentrasse verlaufen. Die Kocherbrücke in Künzelsau kann nach aktuellem Erkenntnisstand problemlos für die Bahnbetrieb genutzt werden.
Die Stadtverwaltung Künzelsau will die Vorplanung gemeinsam mit den beteiligten Kommunen, dem Landratsamt und den Fachplanern nun weiter voranbringen. Die nächsten Ergebnisse sollen im Spätherbst präsentiert werden. Bürgermeister Stefan Neumann sieht in dem Vorhaben einen großen Mehrwert für die Menschen der Region: „Wenn die Kochertalbahn auf die Schiene kommt, werden mehr Menschen den öffentlichen Nahverkehr nutzen.“ Gleichzeitig ist er dem Land Baden-Württemberg und dem Bund dankbar für die Unterstützung: „Wir sind dem Land sehr dankbar für die sehr gute Kooperation im Verfahren der Reaktivierung und für die signalisierte Förderung von Bau, Planung und Betrieb der Kochertalbahn.“