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Autonomes Fahren: „Robo-Bus-Radar 2025“

Der Robo-Bus-Radar 2025 zeigt: Autonomes Fahren im ÖPNV wird Realität – und könnte Kosten senken und Personalnot sowie Angebotslücken reduzieren.

Der öffentliche Personennahverkehr in Deutschland steht vor großen Herausforderungen: Die Suche nach Fahrpersonal gestaltet sich oft schwierig, die Kosten steigen, Fahrgastnachfrage wächst und muss erfüllt werden und die Branche soll einen Beitrag zur Einhaltung der Klimaziele leisten. Mit herkömmlichen Konzepten lassen sich diese Probleme kaum bewältigen. Hoffnung weckt daher das autonome, fahrerlose Fahren.

Autonomes Fahren im ÖPNV: Keine reine Zukunftsvision

Einen Überblick über den aktuellen Stand gibt erstmals der „Robo-Bus-Radar 2025“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Maximilian Rohs, Public Transport Leader bei PwC Deutschland und verantwortlicher Autor, erklärt: „Der diesjährige Radar zeigt unter anderem klar, dass autonomes Fahren im ÖPNV keine reine Zukunftsvision mehr ist, sondern Realität wird – im Ausland und hierzulande.“

Die Studie beleuchtet rund 20 Aspekte – von der Personalknappheit über mögliche Verbesserungen für Fahrgäste bis hin zu den wirtschaftlichen Effekten. Besonders drängend: Schon heute fehlen im deutschen Busverkehr etwa 20.000 Fahrerinnen und Fahrer, bis 2030 gehen weitere 30.000 in Rente. „Allein wegen des Fahrpersonalmangels wird es in den kommenden Jahren sehr schwer, das heutige ÖPNV-Angebot aufrechtzuerhalten – obwohl die Politik und die Verkehrsbetriebe genau das Gegenteil anstreben“, so Rohs.

Autonomes Fahren könnte das Angebot ausweiten und zugleich Kosten senken. Vollautomatisierte On-Demand-Systeme wären rund um die Uhr verfügbar, menschliche Fehler im Straßenverkehr würden reduziert. Beispiele aus den USA, Südkorea oder Norwegen zeigen bereits, wie der Einsatz funktioniert. In Europa gelten Frankreich und Deutschland als Vorreiter, nicht zuletzt wegen neuer gesetzlicher Grundlagen.

Ulm unter den Vorreitern

Auch in Deutschland laufen inzwischen mehr als 15 Projekte, unter anderem in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Ulm, München und Hamburg zählen zu den Vorreitern. Ziel ist es, das autonome Fahren zeitnah in den Regelbetrieb zu überführen.

Die wirtschaftlichen Effekte könnten erheblich sein. Zwar entstehen zusätzliche Kosten für technische Aufsicht, doch insgesamt sind deutliche Einsparungen pro Fahrkilometer möglich. Damit könnten Verkehrsunternehmen ihr Angebot bei gleichen Budgets ausweiten. PwC-Experte Gabriel Flore rät, jetzt regionale Strategien und Partnernetzwerke aufzubauen: „Bald wird im deutschen ÖPNV ein auf regionale Bedürfnisse abgestimmter Mix aus verschiedenen autonomen und nicht-autonomen Fahrzeugen eingesetzt.“

Die Industrie arbeitet bereits intensiv an autonomen Fahrzeugen, Plattformen und Technologien. „Der automatisierte ÖPNV wird ein Gamechanger der Mobilität sein und die Art und Weise, wie Menschen sich fortbewegen, grundlegend verändern“, ist Rohs überzeugt. Der Wandel erfordere jedoch eine langfristige Kraftanstrengung aller Akteure.

Hier geht es zum „Robo-Bus-Radar 2025“

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