Das Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart (IZS) testet mit dem Projekt IZSMO ein neues Mobilitätskonzept auf dem Forschungscampus. Beteiligt sind das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und die Hochschule Esslingen. Das Bundesamt für Logistik und Mobilität fördert das Vorhaben. Ziel ist es, den bislang stark Pkw-geprägten Pendelverkehr der rund 2.000 Beschäftigten am IZS messbar klimafreundlicher, komfortabler und effizienter zu machen.
Zu Beginn und zum Ende des Projekts analysiert das Fraunhofer IAO das Mobilitätsverhalten der Mitarbeitenden. Neue Angebote werden erprobt und anhand realer CO₂‑Einsparungen sowie des Feedbacks bewertet. Die Hochschule Esslingen koordiniert das Projekt und nutzt Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt AMEISE, das Empfehlungen zur Einbindung autonomer Shuttles in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) entwickelt hat.
Beide Partner bringen ihre Expertise zum automatisierten ÖPNV in die Praxis. Theresa Strobel-Vogt vom Fraunhofer IAO sagt: „Wir machen das Institutszentrum zum Reallabor und zeigen, wie nachhaltige Mobilität in der Praxis funktioniert, den Arbeitsweg für Beschäftigte attraktiver macht und gleichzeitig die Umwelt entlastet.“
Zentrales Element ist das autonom-elektrische Shuttle „BumbleB“, das von der Bertrandt Group weiterentwickelt wurde. Seit Mitte April fährt der Minibus testweise über den Campus. Perspektivisch soll BumbleB den Fraunhofer-Campus barrierefrei mit der S‑Bahn-Station „Universität“ verbinden. Das kostenlose Angebot für Mitarbeitende und Besuchende verkürzt den bisherigen Fußweg von rund 15 Minuten deutlich.
Philipp Franke, Abteilungsleiter im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, sieht darin einen wichtigen Schritt für die breite Anwendung autonomen Fahrens. Er verweist auf den Fahrermangel im ÖPNV sowie auf verlässliche Angebote in Stadt und Land und auf Mobilitätsfreiheit für mobilitätseingeschränkte Menschen. Mit dem Realbetrieb werde eine zentrale Hürde für den flächendeckenden Einsatz autonomer Kleinbusse genommen.
Ergänzend entsteht auf dem Gelände ein „Mobility Hub“. Ein Teil der rund 700 Stellplätze wird umgebaut. Vorgesehen sind Sharing-Fahrräder, ein zweisitziges Kabinenfahrrad mit Kofferraum, Lastenräder, E‑Scooter, Abstellflächen für private Fahrräder, Ladeinfrastruktur, eine Fahrradservicestation sowie smarte Schließfächer. Zudem fördert das Projekt Fahrgemeinschaften mit reservierten Stellplätzen und der Plattform „Stuttgart fährt mit“.
