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VDV legt ÖPNV-Bilanz 2025 vor

Leicht mehr Fahrgäste, hohe Kosten und schleppende Reformen prägen die ÖPNV-Bilanz 2025 des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) registriert für 2025 einen leichten Anstieg der Fahrgastzahlen. Nach Berechnungen des Verbands nutzten 9,86 Milliarden Fahrgäste den öffentlichen Personennahverkehr – ein Plus von 0,8 Prozent. Trotz dieses Wachstums bleibt die Branche unter Druck. Der VDV verweist auf eine schlechter werdende Infrastruktur, langwierige Fahrzeugzulassungen, Personalengpässe und hohe Bürokratie.

„Steigende Fahrgastzahlen sind eine gute Nachricht. Es wäre mehr Wachstum möglich, wenn wir nicht durch den schlechter werdenden Zustand unserer Infrastrukturen, den Problemen bei der Beschaffung und Zulassung von Fahrzeugen sowie zu viel Bürokratie bei der Rekrutierung von neuem Personal an Qualität und Zuverlässigkeit verlieren würden“, erklärt VDV-Präsident Ingo Wortmann. Entscheidende Reformen kommen jedoch kaum voran. Weder beim im Koalitionsvertrag angekündigten ÖPNV-Modernisierungspakt noch bei der Weiterentwicklung des Regionalisierungsgesetzes gebe es sichtbare Fortschritte.

Der VDV schlägt vor, die laufende vierte Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) als Ausgangspunkt für schnelle Verbesserungen zu nutzen. Der Verband schlägt unter anderem vor, die zeitliche Begrenzung der Förderung bis 2030 aufzuheben, die Digitalisierung und Automatisierung stärker zu unterstützen sowie eine dynamischere Anpassung der GVFG-Mittel an steigende Baukosten festzulegen. Auch Maßnahmen zur Modernisierung von Schutzräumen sollen finanziert aus Mitteln des Bundesinnenministeriums finanziert werden, statt aus dem Verkehrsetat.

Trotz erneuter Preiserhöhung des Deutschland-Tickets zum 1. Januar 2026 von 58 auf 63 Euro bleibt die Nachfrage stabil. Die Kündigungsquote liegt laut Branche mit 5,75 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert. „Wir sehen auch in diesem Jahr eindeutig keine Kündigungswelle durch die Preiserhöhung beim Deutschland-Ticket. Das ist gut und wichtig für die nach wie vor durch sinkende Ticketpreise angespannte Einnahmesituation der Branche“, so Wortmann. Zum Jahresende 2025 nutzten rund 14,6 Millionen Menschen das Ticket, darunter Standard-, Job- und Semestertickets.

Finanziell belastet die Branche vor allem der deutliche Anstieg der Personalkosten um fünf Prozent. Gleichzeitig sinkt die Produktivität im Fahrdienst. Untersuchungen führen das auf „eine Reduzierung von tarifvertraglichen Arbeitszeiten und eine Steigerung der Abwesenheitszeiten“ zurück.

Hier finden Sie die ÖPNV-Bilanz 2025 des VDV.

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