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Wie können Kommunen ihre Bevölkerung besser vor Verkehrslärm schützen, ohne zugleich wichtige Busverbindungen zu beeinträchtigen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Austauschs zwischen Vertreter:innen des baden-württembergischen Verkehrsministeriums, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) und der Stadt Schramberg.

Anlass des Gesprächs im Schramberger Rathaus war der Lärmaktionsplan der Stadt. Er sieht an mehreren Stellen Geschwindigkeitsreduzierungen vor. Fachbehörden weisen jedoch darauf hin, dass Tempo-30-Regelungen zu längeren Fahrzeiten im Busverkehr führen können. In Schramberg betrifft dies insbesondere den Regiobusverkehr: Verzögerungen könnten Anschlüsse an den Schienenverkehr in Rottweil sowie am zentralen Busbahnhof in Schramberg gefährden.

Hier treffen zwei berechtigte Anliegen aufeinander: der Schutz der Anwohner:innen vor Verkehrslärm und die Sicherung eines zuverlässigen öffentlichen Verkehrsangebots.

Mögliche Lösungswege soll ein geplantes landesweites Pilotprojekt aufzeigen. Darin sollen die tatsächlichen Auswirkungen von Tempo-30-Regelungen auf Busfahrzeiten und Anschlüsse untersucht werden. Gleichzeitig soll geprüft werden, mit welchen Maßnahmen Busse auf ihren Strecken beschleunigt werden können. Schramberg könnte sich nach Angaben des Ministeriums gemeinsam mit dem Landkreis Rottweil für eine Teilnahme bewerben. Die Ausschreibung wird noch im Laufe des Sommers erwartet.

Bürgerbus ergänzt den ÖPNV vor Ort

Vor dem Gespräch im Rathaus hatten die Gäste gemeinsam mit Vertreter:innen des Bürgerbusvereins eine Fahrt mit dem Schramberger Bürgerbus unternommen. Das ehrenamtlich betriebene Angebot ergänzt den öffentlichen Nahverkehr insbesondere für Menschen, die nicht direkt an reguläre Buslinien angebunden sind.

Der Bürgerbus ist seit Jahren ein wichtiger Bestandteil der lokalen Mobilität. Für die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs hatte das Land Baden-Württemberg einen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro bewilligt.

Der Austausch in Schramberg zeigt, vor welchen Abwägungen viele Kommunen stehen: Lärmschutz, Verkehrssicherheit und ein leistungsfähiger ÖPNV müssen gemeinsam gedacht werden. Ob Schramberg an dem geplanten Landesprojekt teilnehmen wird, soll sich in den kommenden Monaten entscheiden.

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