Ergebnisse gefunden

Stuttgart 21: Eröffnung verschoben – Landesregierung übt scharfe Kritik

Die Bahn verschiebt Stuttgart 21 erneut. Das Land Baden-Württemberg fordert Transparenz und einen klaren Zeitplan für das Milliardenprojekt.

Die Eröffnung des Milliardenprojekts „Stuttgart 21“ verzögert sich erneut. Die Deutsche Bahn hat den für Dezember 2026 geplanten Start abgesagt. Ein neuer Termin steht nicht fest, angepeilt wird nun 2027. Grund sind technische Probleme beim sogenannten Digitalen Knoten Stuttgart, einem Pilotprojekt zur vollständigen Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik. Schwierigkeiten bei der Zulassung von Technik des japanischen Konzerns Hitachi bremsen laut Recherche des Spiegels den Fortschritt des Gesamtprojektes.

Stuttgart 21: Deutschlands erster komplett digitaler Bahnknoten

Das Projekt umfasst den Bau eines neuen Tiefbahnhofs, zusätzliche Bahnhöfe wie am Flughafen sowie zahlreiche Tunnel und Brücken. Stuttgart soll als erster Bahnknoten bundesweit komplett digitalisiert werden. Züge sollen künftig ausschließlich mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS fahren, klassische Lichtsignale entfallen.

Die Kosten sind inzwischen auf rund 11,3 Milliarden Euro gestiegen – mehr als doppelt so viel wie ursprünglich vereinbart. Der Starttermin wurde bereits mehrfach verschoben. Bei Vertragsabschluss 2009 war die Inbetriebnahme für 2019 vorgesehen.

Landesregierung kritisiert Kommunikation der Bahn zu Stuttgart 21

Die erneute Verzögerung sorgt für heftige Kritik der Landesregierung. Verkehrsminister Winfried Hermann sprach von einer „fatalen Nachricht“ für Region und Fahrgäste: „Das letzte bisschen Vertrauen in die Bahn wird mit dieser Ankündigung verspielt. Noch vor einem Monat hat uns die Bahn den Eröffnungstermin bestätigt – auch auf Rückfragen. Diese Zusagen waren offensichtlich windig oder falsch. Wir fühlen uns getäuscht.“ Hermann forderte einen Sonderlenkungskreis und „echte Transparenz“: „Wir wollen keine neuen Termine ohne Substanz.“

Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann erhöht den Druck: „Die Bahn muss klar beantworten, warum es zu diesen Verzögerungen kommt.“ Er erwartet nach der Aufsichtsratssitzung am 10. Dezember konkrete Antworten und einen belastbaren Zeitplan. Weitere Verzögerungen dürfe es nicht geben.

Im Lenkungskreis, in dem neben der Bahn auch das Land, die Stadt Stuttgart und die Region vertreten sind, sollen die Rahmenbedingungen und Ursachen für die Probleme geklärt werden. Die Bahn will sich erst Mitte 2026 zu einem neuen Termin äußern.

Newsletter

Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Jetzt abonnieren