Steffen Bilger ist neuer Bundesminister für Verkehr. Am 29. Juli 2026 übergab Patrick Schnieder das Amt im Bundesverkehrsministerium an seinen Nachfolger. Bilger will vor allem dafür sorgen, dass die hohen Investitionsmittel für die Verkehrsinfrastruktur zügig in Projekte fließen.
Schnieder hatte das Amt seit Mai 2025 inne. Bei seiner Verabschiedung dankte er den Mitarbeitenden für die Zusammenarbeit und zog eine positive Bilanz: „Wir haben in den vergangenen Monaten gemeinsam viel geschafft. Etwa die Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene samt drei Sofortprogrammen – die auch bereits erste Wirkung zeigen. Wir kommen bei den Korridorsanierungen auf der Schiene voran und bei unserem großen Modernisierungsprogramm für Brücken. Darauf bin ich sehr stolz. Ich bedanke mich von ganzem Herzen und wünsche Steffen Bilger alles Gute für seine neue Aufgabe.“
170 Milliarden Euro für die Verkehrsinfrastruktur
Bilger sieht die wichtigste Aufgabe in seinem neuen Amt darin, die verfügbaren Mittel in konkrete Maßnahmen umzusetzen. „Mein Arbeitsauftrag lautet klar, vor allem sicherzustellen, dass die vielen Infrastrukturmilliarden auch in Zukunft umgesetzt werden“, sagte er.
In den kommenden vier Jahren stehen rund 170 Milliarden Euro für die Verkehrsinfrastruktur bereit. Das Geld soll in Straßen, Schienen und Wasserstraßen fließen und spürbare Verbesserungen im Alltag der Menschen bewirken. Bilger stellte klar, dass die dafür notwendigen Baustellen zunächst Belastungen verursachen können. Langfristig sollen die Investitionen jedoch dazu beitragen, dass Menschen verlässlicher mit dem Auto und der Bahn unterwegs sein können.
Bei der Amtsübergabe betonte er, dass die Infrastruktur den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen dienen müsse: „Verkehrsinfrastruktur muss für die Menschen da sein. Für die, die morgens pünktlich zur Arbeit wollen. Für die Wirtschaft, die auf verlässliche Lieferketten angewiesen ist und für die Familie, die mit der Bahn ihre Verwandtschaft besucht, mit dem Auto einen Ausflug macht, mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegt oder einfach eine Radtour macht.“
Innovationen und Automobilindustrie im Blick
Neben der Modernisierung der bestehenden Infrastruktur will der neue Verkehrsminister innovative Mobilitätslösungen voranbringen. Damit möchte er Arbeitsplätze und Wohlstand in Deutschland sichern.
Besonders die Automobilbranche benötige laut Bilger derzeit mehr Unterstützung. In Baden-Württemberg, seiner politischen Heimat, sei die Sorge vor einem weiteren Stellenabbau angesichts der schwierigen Lage der Branche groß.
Langjährige Erfahrung in der Verkehrspolitik
Bilger sitzt seit 2009 im Deutschen Bundestag. Von 2018 bis 2021 war der CDU-Politiker Parlamentarischer Staatssekretär im damaligen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Von 2025 bis zu seiner Ernennung zum Minister arbeitete er als Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Mit dem Wechsel ins Verkehrsministerium kehrt Bilger nach eigenen Worten in sein verkehrspolitisches Fachgebiet zurück. Im Ministerium unterstützen ihn weiterhin Christian Hirte und Ulrich Lange als Parlamentarische Staatssekretäre.
