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Landesverkehrsmodell für Baden-Württemberg

Das neue Landesverkehrsmodell zeigt Verkehrsströme digital und erleichtert Planung für klimafreundliche Mobilität.

Das Verkehrsministerium hat erstmals ein landesweites Verkehrsmodell vorgestellt, das Auto-, Bus-, Bahn-, Rad- und Fußverkehr sowie den Güterverkehr in Baden-Württemberg digital abbildet. Mit dem Landesverkehrsmodell Baden-Württemberg (LVM-BW) steht ein zentrales Planungsinstrument bereit, das Mobilität im ganzen Land sichtbar macht. Es zeigt, wo Verkehr entsteht, wie er sich verteilt und wie sich Mobilitätsströme künftig entwickeln können.

Verkehrsminister Winfried Hermann betonte die Bedeutung des Modells für eine moderne Mobilitätspolitik: „Wir machen Mobilität im ganzen Land sichtbarer. Das Modell zeigt, wie Menschen heute unterwegs sind und wie sich Verkehr morgen entwickeln kann.“ Damit lassen sich Maßnahmen vorab simulieren, etwa Umleitungen bei Großbaustellen.

Das Modell verknüpft erstmals alle Verkehrsarten in einem digitalen System. Es analysiert Verkehrsaufkommen, Emissionen, Modal Split und Erreichbarkeiten. So wird sichtbar, wie sich neue Angebote oder Infrastrukturmaßnahmen auf das Gesamtsystem auswirken. „In Zukunft müssen für viele Projekte keine eigenen Verkehrsuntersuchungen mehr erstellt werden. Das spart Zeit und Kosten“, so Hermann.

Model bietet hohe räumliche Auflösung

Die räumliche Auflösung ist hoch: Rund 10.000 Verkehrszellen bilden Wege und Bewegungen detailliert ab – von der Metropolregion bis zur Gemeinde. Damit können große Infrastrukturvorhaben ebenso bewertet werden wie lokale Fragen zu Pendlerströmen, neuen Baugebieten oder Radschnellverbindungen. Ergebnisse liegen deutlich schneller vor als bisher.

Das Modell liefert Daten für das Analysejahr 2019 und Prognosen für 2030, eine Erweiterung auf 2040 ist in Arbeit. Grundlage sind Mobilitätsbefragungen, Verkehrszählungen, ÖPNV-Fahrpläne, Geodaten und Strukturdaten wie Bevölkerung und Arbeitsplätze. Auch angrenzende Bundesländer und internationale Verkehre sind eingebunden.

Modell spart viel Geld und Zeit bei Untersuchungen

Für Kommunen bietet das Modell direkten Nutzen: Viele Fragestellungen können ohne neue Datenerhebungen beantwortet werden. Ergebnisse liegen drei bis sechs Monate schneller vor, Einsparungen betragen bis zu 20.000 Euro pro Untersuchung, bei großen Projekten bis zu 400.000 Euro. Die Nutzung ist kostenfrei und steht allen relevanten Akteuren offen.

Zahlen und Fakten:

  • Digitales Modell für Personen- und Güterverkehr
  • Über 10.000 Verkehrszellen, 890.000 km Straßen und Radwege, 60.000 Haltestellen
  • Prognosejahr 2030, Erweiterung auf 2040
  • Einsatz für Infrastrukturplanung, ÖPNV-Ausbau, Radverkehrsnetze, Klimaschutzszenarien

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