Das Deutschlandticket wirkt. Zu diesem Ergebnis kommt der dritte Zwischenbericht zur Evaluation des Deutschlandtickets 2024–2026 im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr.
Der Bericht belegt vor allem die breite Nutzung des Angebots: Aktuell nutzen rund 14,5 Millionen Menschen das Deutschlandticket. Das entspricht etwa einem Fünftel der Bevölkerung. Besonders hoch ist die Nachfrage in Metropolen, zugleich spielt das Ticket nach Angaben der Gutachter:innen auch in ländlicheren Räumen eine wichtige Rolle. Zudem konnten Gelegenheitsnutzer:innen stärker an den öffentlichen Verkehr gebunden werden.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder betont: „Die Studie zeigt: Das Deutschlandticket wirkt. Es entlastet Bürgerinnen und Bürger, stärkt den öffentlichen Verkehr und reduziert CO₂-Emissionen. Gleichzeitig besteht weiteres Potenzial, zusätzliche Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen. Entscheidend sind Verlässlichkeit, ein attraktives Preisniveau und ein gutes Angebot. Bund und Länder haben die Finanzierung bis 2030 gesichert. Nun gilt es, die positiven Effekte weiter auszubauen.“
Die Gutachter:innen sehen zusätzliches Potenzial von bis zu 5,8 Millionen weiteren Deutschlandtickets. Dieses könnte vor allem durch die Reaktivierung früherer Nutzer:innen sowie durch konsequentes Marketing erschlossen werden. Trotz einer im Jahr 2025 stagnierenden Nutzerbasis infolge von Preisdiskussionen stellt die Studie eine deutliche Verlagerung vom privaten Pkw zum öffentlichen Verkehr fest.
Positive Effekte für Klima und Teilhabe
Mit dem Deutschlandticket verbinden die Gutachter:innen auch positive Umweltwirkungen. Die CO₂-Einsparung schätzen sie auf rund 2,5 Millionen Tonnen jährlich. Das entspricht einer Reduktion der Emissionen des privaten Pkw-Verkehrs um etwa drei Prozent. Darüber hinaus deuten erste Abschätzungen auf positive volkswirtschaftliche Effekte hin, die in der Summe über dem aktuellen Niveau der Ausgleichszahlungen von Bund und Ländern liegen.
Die Evaluation hebt außerdem hervor, dass das Deutschlandticket die Mobilität insbesondere von Menschen mit geringerem Einkommen verbessert und die gesellschaftliche Teilhabe stärkt. Zugleich beobachten die Gutachter:innen einen Digitalisierungsschub im Vertrieb, sehen hier aber weiterhin Entwicklungsbedarf.
Die seit Spätsommer 2024 laufende und bis 2027 angelegte Untersuchung wird von einem Konsortium unter Leitung von infas gemeinsam mit der RWTH Aachen, der TU Dresden und mobilité durchgeführt. Grundlage sind Primärerhebungen, Sekundäranalysen sowie verschiedene Statistiken zum Deutschlandticket. Als zentrale Voraussetzungen für den langfristigen Erfolg nennen die Gutachter:innen vor allem Verlässlichkeit, eine moderate Preisentwicklung, eine hohe Angebotsqualität und aktive Vermarktung.
