Das Cluster Tübingen+ hat den ersten großen Auftrag für sein regionales Automatisches Fahrgastzählsystem (AFZS) vergeben. Die Bietergemeinschaft DILAX, Derovis und iris soll über 1.300 Fahrzeuge mit Zählsensoren und Technik zur Datenübertragung ausstatten. Die Systeme lassen sich unabhängig von der vorhandenen Fahrzeugtechnik betreiben und überwachen.
Damit ist die Grundlage geschaffen, in den kommenden Monaten und Jahren einen Großteil der Busflotten in den elf Stadt- und Landkreisen des Clusters mit automatischer Zähltechnik auszurüsten. Vier weitere Landkreise aus Südbaden haben sich der gemeinsamen Beschaffung angeschlossen. Nach Angaben der Projektbeteiligten gehört der Auftrag zu den größten AFZS-Aufträgen Deutschlands.
Weitere Vergaben sind geplant: Noch 2026 soll der Zuschlag für die Ausstattung von rund 300 zusätzlichen Fahrzeugen erfolgen. Deren Zählsysteme werden über die Bordrechner der Fahrzeuge gesteuert. Anfang 2027 soll die Vergabe des Hintergrundsystems das dreiteilige Vergabeverfahren abschließen. Diese zentrale Plattform dient dazu, die Fahrgastdaten auszuwerten, hochzurechnen und ihre Qualität zu sichern.
Die Servicestelle des Clusters ist bei der Donau-Iller-Nahverkehrsverbund-GmbH (DING) in Ulm angesiedelt. Sie übernimmt die Umsetzung für die angeschlossenen Stadt- und Landkreise, koordiniert die Fahrzeugausstattung und wird auch den langfristigen Betrieb der Systeme begleiten und sicherstellen.
DING-Geschäftsführer Bastian Goßner sieht in der Auftragsvergabe einen wichtigen Meilenstein: „Dieser Schritt ist vor allem das Ergebnis einer gelungenen Kooperation und der fachlich hervorragenden Arbeit unseres AFZS-Teams.“ An dem Projekt sind Verkehrsverbünde, Verkehrsunternehmen, Kommunen, Regierungspräsidien und das Land Baden-Württemberg beteiligt. Für die weitere Zusammenarbeit erklärt Goßner: „Wir setzen auf eine langfristige und vertrauensvolle Partnerschaft mit drei am Markt etablierten Firmen.“
Die drei beauftragten Berliner Unternehmen liefern gemeinsam eine Systemlösung. Sie umfasst Zählsensoren, Geräte zur Datenaufzeichnung und ein Flottenmanagementsystem. Hinzu kommen die Anbindung und Betreuung der Schnittstellen, über die die einzelnen Komponenten Daten austauschen. So sollen die Fahrgastzahlen präzise erfasst und die Fahrzeugflotten effizient verwaltet werden.
