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Ringvorlesung –

Zwischen Farbe, Protesten und Pragmatismus

Eine kritische Analyse urbaner Mobilitätsexperimente.

Wann
Wo
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ10; Theodor-W.-Adorno-Platz 5 Frankfurt 60323
Wer
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Urbane Mobilitätsexperimente, etwa Pop-up-Radwege, temporäre Verkehrsberuhigungen oder neue Sharing-Angebote, sind heute ein wichtiges Werkzeug, um Städte nachhaltiger zu gestalten. Sie ermöglichen es, neue Ideen schnell auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und Lösungen auch unter unsicheren Bedingungen umzusetzen. In ihrem Vortrag zeigt Prof. Dr. Franziska Meinherz (KIT – Karlsruher Institut für Technologie), was solche Experimente im Alltag tatsächlich bewirken und wo ihre Grenzen liegen.

Anhand konkreter Beispiele wird deutlich, dass diese Maßnahmen oft mehr sind als reine Tests: Sie bewegen sich im Spannungsfeld von sichtbarer Symbolpolitik, politischen Auseinandersetzungen und Verwaltungsalltag. Gleichzeitig helfen sie Städten, mit unterschiedlichen Anforderungen umzugehen – etwa mit dem Gegensatz zwischen langfristiger Infrastrukturplanung und kurzfristigen politischen Entscheidungen oder zwischen großem Veränderungsdruck und praktischen Umsetzungsfragen im Alltag.

Mobilitätsexperimente können Innovationen anstoßen, neue Allianzen schaffen und Veränderungen beschleunigen. Gleichzeitig bringen sie aber auch Herausforderungen mit sich. Zuständigkeiten werden neu verteilt, Konflikte manchmal nur vertagt und weil viele Maßnahmen bewusst vorübergehend sind, können sie leichter wieder zurückgenommen werden. Der Vortrag macht deutlich, dass solche Experimente keine neutralen Werkzeuge sind, sondern immer auch politische Entscheidungen widerspiegeln. Sie beeinflussen, welche Ideen gehört werden, welche Lösungen ausprobiert werden und welche Veränderungen dauerhaft Bestand haben.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Die Vorlesung wird auf Englisch gehalten.

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