Ergebnisse gefunden

Studie „Gleichstellung in der Mobilität“ in Baden-Württemberg

Die Studie „Gleichstellung in der Mobilität“ zeigt, dass sich Mobilität nach Geschlecht unterscheidet: Frauen sind häufiger mit dem ÖPNV unterwegs.

Mobilität ist ein Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe – doch Männer und Frauen bewegen sich unterschiedlich durch den Alltag. Das zeigt die aktuelle Studie „Gleichstellung in der Mobilität“ des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg. Sie untersucht geschlechterspezifische Unterschiede in der Nutzung von Verkehrsmitteln, benennt Lücken in der Datenlage und formuliert Handlungsfelder für eine gleichberechtigte Mobilität.

Ein zentrales Ergebnis: Mobilitätsmuster hängen stark mit Sorgearbeit zusammen, die überwiegend von Frauen geleistet wird. In Baden-Württemberg beträgt der sogenannte Gender Care Gap 49 Prozent. Frauen investieren wöchentlich rund zehn Stunden mehr in unbezahlte Tätigkeiten wie Kinderbetreuung oder Pflege und sind daher häufiger mit komplexen Wegeketten unterwegs – etwa beim Einkaufen oder Begleiten von Angehörigen. Diese Art von Mobilität bedarf in verstärktem Maße der Barrierefreiheit, Flexibilität und Zuverlässigkeit der jeweiligen Verkehrsmittel, da sie oft mit dem Benutzen von Kinderwägen, Rollstühlen oder anderen Gehhilfen einhergeht.

Auch die Sicherheit spielt eine entscheidende Rolle. Viele Frauen fühlen sich in öffentlichen Räumen oder Verkehrsmitteln unsicher und vermeiden gezielt bestimmte Orte oder Zeiten. Dies schränkt ihre selbstbestimmte Mobilität ein. Männer dagegen sind häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt – eine Folge ihres risikoreicheren Mobilitätsverhaltens.

Frauen nutzen häufiger den ÖPNV

Die Studie zeigt zudem Unterschiede bei der Verkehrsmittelnutzung. Während das Auto nach wie vor das dominierende Verkehrsmittel bleibt, nutzen Frauen den ÖPNV etwas häufiger als Männer: 13 Prozent der Frauen und 11 Prozent der Männer gaben an, Bus und Bahn täglich oder fast täglich zu nutzen. Menschen, die den ÖPNV nicht nutzen, gaben als Grund vor allem unzureichenden Verbindungen (57 Prozent der Frauen und 54 Prozent der Männer) und Unzuverlässigkeit der Verbindungen (54 der Frauen und 53 der Männer) an. 

Die Studienergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer geschlechtersensiblen Verkehrs- und Raumplanung. Für die Verkehrswende heißt das: Barrierefreiheit, Sicherheit und Flexibilität müssen noch stärker in den Fokus rücken. Die Studie macht deutlich, dass Gleichstellung in der Mobilität nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit ist, sondern auch entscheidend für den Erfolg einer nachhaltigen, klimafreundlichen Verkehrspolitik.

Hier geht es zur Studie „Gleichstellung in der Mobilität“.


*https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Teilen
Schlagwörter: BahnBus

Newsletter

Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Jetzt abonnieren