Rückblick: Nahverkehr nach Bedarf

Der letzte Teil der Veranstaltungsreihe "Mobilitäts-Offensive für ländliche Räume" widmete sich On-Demand-Verkehren.

Am Dienstag, den 21. November, fand mit dem Seminar "Nahverkehr nach Bedarf: Mit flexiblen Angeboten die Flächen erschließen" der letzte Teil der Veranstaltungsreihe "Mobilitäts-Offensive für ländliche Räume" statt, die das Zukunftsnetzwerk ÖPNV und die Akademie Ländlicher Raum gemeinsam veranstaltet hatten. Rund 150 Teilnehmende wählten sich zu der Online-Veranstaltung ein. Im Fokus stand das Prinzip "Bus auf Bestellung – On-Demand-Verkehr". Ein auf den ersten Blick einfaches Konzept, das jedoch auf ganz unterschiedliche Arten umgesetzt werden kann. Ziel des Seminars war es daher, den Teilnehmenden unterschiedliche Vorgehensweisen vorzustellen, Vor- und Nachteile zu diskutieren und einen Überblick über Leitfäden und Planungshilfen zu geben.

Wie On-Demand in Baden-Württemberg funktioniert

Im ersten Teil der Veranstaltung kamen die Expertinnen und Experten der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) zu Wort: Magdalena Kreinberger stellte die Perspektives des Landes Baden-Württemberg zu On-Demand-Verkehren vor und ging unter anderem auf Förderprogramme und den aktuellen Status im Land ein. Dr. Martin Schiefelbusch (ebenfalls NVBW) schloss mit seinem Vortrag nahtlos an und gab einen Überblick über die aktuell in Baden-Württemberg existierenden Formen des On-Demand-Verkehrs. Auf die beiden Vorträge folgte ein Input von Dr. Christian Mehlert (KCW GmbH, Berlin), der in sechs praktischen Schritten erläuterte, worauf es bei der Planung und Umsetzung von Bedarfsverkehren ankommt.

Gute Beispiele aus Baden-Württemberg

Auf die Grundlagen-Vorträge folgte im zweiten Teil der Veranstaltung die Vorstellung von guten Beispielen. Den Anfang machte Heike Kopp, Leiterin des Nahverkehrsamts Rottweil. Im Landkreis Rottweil (Regierungsbezirk Freiburg) fahren in den Schwachlastzeiten abends und am Wochenende Rufbusse und erhalten so den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auch außerhalb der normalen Linienverkehrszeiten aufrecht. Von Rottweil ging es in den Ostalbkreis (Regierungsbezirk Stuttgart). Michaela Conrad aus dem Geschäftsbereich Nachhaltige Mobilität beim Landratsamt berichtete vom dortigen fiftyFifty-Taxi. Dieses fährt seit 20 Jahren Jugendliche und junge Erwachsene bis zu 25 Jahren am Freitag und Samstag und an Abenden vor gesetzlichen Feiertagen von 22:00 Uhr bis 6:00 Uhr am nächsten Morgen sicher und günstig nach Hause. Für die jungen Menschen wird im Taxi nur der halbe Fahrpreis fällig, der Restbetrag wird subventioniert.

Perspektiven außerhalb des Landes

Im letzten Teil der Veranstaltung ging der Blick zunächst nach Berlin. Martin Schlecht, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin, stellte das Forschungsprojekt DREAM-Pace vor, ein EU-finanziertes, länderübergreifendes Projekt mit dem Ziel, On-Demand-Verkehre in Europa zu stärken. Auch Baden-Württemberg ist eine der Testregionen, die im Rahmen des Projekts untersucht werden.

Zum Abschluss der Veranstaltung berichtete Clemens Deyerling, Co-Founder & Marketingchef der omobi GmbH in Murnau, vom Erfolg und den Herausforderungen in Bezug auf den Betrieb des flexiblen On-Demand-Ortsbusses, der von seiner Firma im bayerischen Murnau ins Leben gerufen wurde. So konnten die Teilnehmenden viele Inspirationen und Informationen aus dem Seminar mitnehmen. Die Veranstalter freuten sich über diesen gelungenen Abschluss der Veranstaltungsreihe.

Die Vorträge zur Veranstaltung "Nahverkehr nach Bedarf: Mit flexiblen Angeboten die Flächen erschließen" finden Sie hier.

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Schlagwörter: On-Demand-Verkehre

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