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Qualitätsranking: Verbesserung im Schienenverkehr notwendig

Gesamtbewertung fällt leicht besser aus, Werte bei Pünktlichkeit und Sauberkeit sinken.

Die Qualität im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Baden-Württemberg bleibt eine Herausforderung. Das aktuelle Qualitätsranking des Landes für das erste Halbjahr 2025 zeigt: Die Gesamtbewertung stieg leicht von 45 auf 48 Punkte, doch die Pünktlichkeit sank auf rund 78 Prozent (Vorjahr: rund 80 Prozent). Auch die Sauberkeit verschlechterte sich von rund 87 auf rund 84 Prozent. Gründe sind aus Sicht der Landesregierung die marode Infrastruktur, unzureichendes Baustellenmanagement und Personalmangel. Ab 2026 werden die Baustellenaktivitäten weiter zunehmen.

Verkehrsminister Winfried Hermann mahnt: „Die Bahnbranche steht durch die gestiegenen Fahrgastzahlen, die marode und veraltete Infrastruktur sowie die knappen finanziellen Mittel vor großen Herausforderungen. Vor allem die Baustellen-Kommunikation muss verbessert und fahrgastfreundlich werden.“ Nur ein zuverlässiger und sauberer öffentlicher Verkehr sei ein Beitrag zur Mobilitätswende und zum Klimaschutz.

Positiv entwickelte sich die Zuverlässigkeit: Die Quote stieg um einen knappen halben Prozentpunkt auf über 99 Prozent an, da weniger Züge ausfielen. Die Fahrgastzufriedenheit liegt stabil bei der Schulnote 2,5. 

Spitze im Ranking

Erstmals führt die Schwäbische Albbahn (Netz 50, Albbahn) das Ranking an, gefolgt von den Schweizerischen Bundesbahnen (Netz 16d, Kattgau). Platz drei belegt die landeseigene SWEG mit dem Netz „Ulmer Stern“(Netz 12). Die SWEG überzeugt insgesamt mit drei Top-Ten-Plätzen.

Auf- und Absteiger

Den größten Sprung machten DB Regio BW auf der Ermstal- und Ammertalbahn (Netz 18): plus 30 Punkte, von Platz 26 auf Platz 10.

Deutliche Verluste verzeichnet die S-Bahn Rhein-Neckar (Netz 6b). Sie rutschte mit minus 12 Punkten auf den letzten Platz. Hauptursachen sind schlechtere Werte bei Sauberkeit und Pünktlichkeit. 

Seit 2021 bewertet das Qualitätsranking den SPNV in Baden-Württemberg im halbjährigen Turnus nach fünf Kriterien: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Zufriedenheit (je 25 Prozent), Zugkapazität (15 Prozent) und Sauberkeit (10 Prozent).

Das vollständige Ranking ist unter www.bwegt.de/qualitaet abrufbar.

Aktionsplan Qualität des Landes Baden-Württemberg

Um die Qualität im SPNV zu erhöhen, hat das Verkehrsministerium den Aktionsplan Qualität im Schienenpersonennahverkehr entwickelt. Er umfasst zehn konkrete Maßnahmen wie robustere Fahrpläne, mehr Personal und eine verbesserte Baustellenorganisation. Mit dem Verkehrsvertrag 2.0 hat das Land letztes Jahr ein wesentliches Versprechen aus dem Aktionsplan in die Tat umgesetzt. Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVUs) haben durch diesen mehr Anreize, Verantwortung in ihrem Bereich zu übernehmen. 

Eine weitere wichtige Maßnahme des Landes ist der Zukunftsfahrplan. Dieser legt neun Qualitätsstandards für den landesbestellten SPNV in Baden-Württemberg fest. Die Standards umfassen unter anderem die Ausstattung, Pünktlichkeit und Sauberkeit der Züge.

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Schlagwörter: Bus und Bahn

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