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On Demand-Verkehre: Wo sie dem ÖPNV wirklich helfen

On-Demand-Verkehre wirken nicht überall gleich. Eine neue Studie zeigt, in welchen konkreten Einsatzfällen sie den ÖPNV messbar verbessern.

On‑Demand‑Verkehre gelten wahlweise als Hoffnungsträger oder als teurer Komfortverkehr. Die neue Studie „Vom Piloten ins System“ von Ramboll Management Consulting zeigt: Beide Zuschreibungen greifen zu kurz. Entscheidend ist nicht das Instrument selbst, sondern wofür und in welchem Kontext es eingesetzt wird. Grundlage der Untersuchung sind Betriebsdaten aus über 100 Bediengebieten und mehr als 50 On‑Demand‑Angeboten in Deutschland. Erstmals lassen sich damit systematische Wirkungen jenseits einzelner Pilotprojekte bewerten. 

Ein zentrales Ergebnis: On‑Demand entfaltet seinen größten Nutzen nicht durch dichtere Takte, sondern durch neue, alltagsrelevante Verbindungen, die der Linienverkehr kaum leisten kann. Besonders deutlich wird das in drei typischen Einsatzkontexten.

Drei Archetypen

Grundmobilität betrifft vor allem ländliche oder dünn besiedelte Räume mit schwachem ÖPNV‑Angebot. Hier sorgen On‑Demand-Verkehre erstmals für verlässlichen Zugang zum ÖPNV. Ein typisches Beispiel sind großflächige Gemeinden, in denen Busse nur wenige Male am Tag fahren. Durch virtuelle Haltestellen und flexible Routen erreichen die Menschen wohnortnah ein Angebot – auch abends oder am Wochenende. Laut Studie werden in solchen Gebieten über 200 Prozent mehr Verbindungen möglich als zuvor, viele davon ohne jede ÖPNV‑Alternative.

Im Lückenschluss‑Kontext ergänzt On‑Demand bestehende Netze. Das kann etwa eine mittelgroße Stadt sein, in der Buslinien zwar tagsüber gut funktionieren, abends jedoch ausgedünnt sind oder wichtige Tangentialverbindungen fehlen. Die Studie zeigt: In diesen Räumen entstehen durch On‑Demand besonders viele neue Relationen, häufig kommunenübergreifend – zum Beispiel zwischen Wohnorten und Bahnhöfen, Gewerbegebieten oder Krankenhäusern. Rund 90 Prozent der zusätzlichen Fahrten wären mit dem klassischen ÖPNV so nicht möglich gewesen. 

Der Ausbau‑Archetyp schließlich eignet sich für gut erschlossene urbane Räume. Hier ersetzt On‑Demand keine Linien, sondern steigert gezielt die Qualität. Typisch sind kurze, direkte Fahrten auf mittleren Distanzen, bei denen On‑Demand-Verkehre einen Reisezeitvorteil von bis zu 20 Prozent gegenüber dem Bus erzielen. Die Wirkung bleibt begrenzt, kann aber helfen, den ÖPNV attraktiver zu machen – etwa als Alternative zum Pkw in Randzeiten. 

Anschaulich werden diese Muster in den Fallstudien der Studie: In Mühlheim am Main und Obertshausen ermöglicht ein interkommunal zugeschnittenes On‑Demand‑Angebot neue Direktverbindungen und verkürzt Reisezeiten um über 30 Prozent. In Gronau ersetzt On‑Demand den Stadtbus in Schwachverkehrszeiten vollständig und stellt flächendeckenden Zugang sicher. 

Das Fazit der Studie ist klar: On‑Demand‑Verkehre sind kein Allheilmittel, aber ein wirksames Werkzeug. Richtig eingesetzt, schließen sie Angebotslücken, schaffen neue Verbindungen und stärken den ÖPNV dort, wo Linienverkehre strukturell an Grenzen stoßen. Voraussetzung ist eine klare Zieldefinition – und die Weiterentwicklung vom Pilotprojekt zum dauerhaften Angebot. 

Hier geht es zur Studie

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Schlagwörter: On-Demand-Verkehre

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