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Mehr Sicherheit im Bahnverkehr: Land startet Pilotprojekte

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg und drei Bahngesellschaften bringen Pilotvorhaben für mehr Sicherheit im Zugverkehr auf den Weg.

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat einen landesweiten Prozess zur Erhöhung der Sicherheit im Schienenpersonennahverkehr gestartet. Grundlage sind ein erstes Treffen aller relevanten Akteur:innen und mehrere Pilotvorhaben zu Doppelbegleitungen in Regionalzügen. Ziel ist es, den Schutz von Fahrgästen und Beschäftigten zu erhöhen und konkrete Maßnahmen gemeinsam zu entwickeln.

Verkehrsminister Winfried Hermann betonte: „Die Sicherheit von Fahrgästen und Beschäftigten hat für uns alle oberste Priorität. Alle relevanten Akteure haben ihre Erfahrungen und Vorschläge eingebracht. Daraus werden wir ein Konzept entwickeln, das die Sicherheit im Zug und an den Bahnhöfen weiter erhöht.“ Neben Anforderungen an die Zusammenarbeit mit der Polizei gehe es auch um die finanzielle Verantwortung des Bundes.

Das Treffen knüpft an den Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn in Berlin an, der nach dem tödlichen Übergriff auf einen Zugbegleiter stattgefunden hatte. Bund, Länder, Bahnunternehmen und Gewerkschaften hatten dort Maßnahmen wie mehr Sicherheitspersonal, Bodycams und bessere technische Ausstattung vereinbart.

Auch Baden-Württemberg hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Schritte umgesetzt: mehr Sicherheitspersonal, verpflichtende Deeskalationstrainings, nahezu flächendeckende Videoausstattung in Zügen, Schwerpunktkontrollen, enge Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden und ein Messer- und Waffenverbot im öffentlichen Personennahverkehr. Dennoch nehme die Gewalt im öffentlichen Raum messbar zu, so Hermann.

Das tun die Bahngesellschaften für mehr Sicherheit in den Zügen

Ein Schwerpunkt liegt nun auf Doppelbegleitungen. Dabei testen Verkehrsunternehmen verschiedene Modelle, etwa Teams aus zwei Kundenbetreuenden oder gemischte Teams mit Sicherheitspersonal. Die Ergebnisse sollen in dauerhafte Personalkonzepte einfließen.

Arverio setzt auf Prävention. Chief Operating Officer (COO) Arno Beugel verwies auf Schwerpunktkontrollen, enge Zusammenarbeit mit Behörden und umfassende Trainingsprogramme. Auf der Filstalbahn testet Arverio Eins-zu-Eins-Besetzungen und bereitet die Einführung von Bodycams vor.

Die Deutsche Bahn führte seit 2025 landesweit Bodycams für ihr Zugpersonal ein. Markus Kaupper, Vorsitzender der Regionalleitung DB Regio Baden-Württemberg, sagte: „Bodycams haben sich sehr gut bewährt.“ Zusätzlich nutzt das Zugpersonal auf Wunsch den Notfall-Druckknopf „Prio-Ruf“. Ab März startet DB Regio Pilotprojekte zur Doppelbesetzung auf der Schwarzwaldbahn sowie dem Regionalexpress Stuttgart–Ulm–Bodensee. Weitere Maßnahmen wie Eigensicherung bei Ticketkontrollen und zusätzliche Schulungen folgen.

Die SWEG kündigt an, auf drei Strecken Doppelbesetzungen zu testen: auf der Europabahn zwischen Offenburg und Kehl, der Brenzbahn und der Donaubahn zwischen Ulm und Munderkingen. Bodycams für Kundenbetreuer:innen werden geprüft. Geschäftsführer Tobias Harms betonte, dass die SWEG bei Übergriffen juristisch konsequent vorgeht und Hausverbote ausspricht.

Mehr zum Thema lesen Sie auf der Website des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg.

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Schlagwörter: SPNV

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