Fahrplanwechsel bringt regionale Verbesserungen

Am 10. Dezember passen alle Eisenbahnverkehrsunternehmen ihre Fahrpläne an. Der Fahrplanwechsel bringt Verbesserungen mit regionaler Wirkung.

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: „Mit dem Fahrplanwechsel 2024 bauen wir das Angebot im regionalen Schienenverkehr aus. Mit über 100 Millionen Zugkilometern sind so viele Züge in Baden-Württemberg unterwegs wie nie. Doch auch die Qualität des Angebots muss stimmen. Zu einem guten Angebot für Fahrgäste gehört, dass die Züge pünktlich und zuverlässig fahren.“

Die wichtigsten Neuerungen im Fahrplan 2024

 

Zwischen Stuttgart und Nürnberg gibt es zwei zusätzliche Zugverbindungen. Nachts fährt der letzte Zug von Nürnberg nach Stuttgart um 22:38 Uhr ab – somit werden Theater- und Konzertbesuche in Nürnberg mit An- und Rückreise mit dem Zug möglich. Morgens fährt in der Gegenrichtung der erste Zug um 04:23 Uhr von Stuttgart los und kommt um 07:17 Uhr in Nürnberg an.

Nach über 20 Jahre zuverlässigem Betrieb durch die Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) wird die Strecke ab Dezember 2023 von der DB Regio befahren. Der Vorteil für die Fahrgäste: Künftig fährt von Montag bis Freitag durchgehend von 06:00 Uhr bis 20:00 Uhr alle halbe Stunde ein Zug zwischen Stockach und Radolfzell. Die Triebwagen haben alle WLAN, eine Toilette und werden sukzessive einem Refresh unterzogen. Mit der neuen Taktung wird das Seehäsle nun zur S61.

Zwischen Karlsruhe und Germersheim kommt es ebenso zu Verbesserungen. Die bisherigen Eilzüge der Stadtbahnen werden durch die S 3 der Rhein-Neckar-S-Bahn ersetzt. Hierdurch entfällt das Umsteigen in Germersheim und es entstehen so Direktverbindungen von Karlsruhe Hauptbahnhof nach Speyer und über die Pfalz nach Mannheim. Damit wächst das Streckennetz der S-Bahn Rhein-Neckar auf 603 Kilometer.

Ab Frühjahr 2024 fahren in der Ortenau batterieelektrische Züge. Die Mireo-Plus-B-Züge von Siemens lösen dann die bisherigen Dieselzüge ab, lediglich einzelne Züge in der Hauptverkehrszeit fahren übergangsweise noch einige Zeit länger mit Dieselzügen. Die Batteriezüge stoßen wesentlich weniger CO2 aus.

Das Fahrplanangebot wird sukzessive ausgebaut. Ab voraussichtlich Juni 2024 erfolgt in den Abendstunden eine Umstellung der Züge auf Busverkehr um 20 und 21 Uhr. Diese Busse verkehren dann jedoch nicht nur bis 21 Uhr, sondern bis kurz vor Mitternacht. Dabei besteht in Biberach (Baden) stets ein kurzer Anschluss von und nach Offenburg und Hausach mit dem Zug.

Fachkräftemangel führt zu Zugausfällen

Neben den regionalen Verbesserungen steht das Land vor zentralen Herausforderungen. Der anhaltende Personalmangel bringt Abweichungen vom geplanten Fahrplan: Bis Ende Dezember 2023 kann der RE 73 zwischen Karlsruhe und Heidelberg nicht fahren. Ebenfalls kommt es zwischen Heidelberg und Neckartal wegen Personalmangel zu Änderungen im Fahrplan: Zwischen 22:00 Uhr und 05:00 Uhr fahren auf der S 1 und S 2 zwischen Heidelberg und Eberbach und auf der S 5 und der S 51 zwischen Heidelberg und Meckesheim nur Busse. Auch tagsüber verkehren Züge nur noch stündlich. Einzelne RE-10-Züge der SWEG Bahn Stuttgart GmbH (SBS) sind ebenfalls von dieser Sperrung betroffen. Der Grund: Das Stellwerk in Neckargmünd kann nachts aufgrund Personalmangels nicht besetzt werden und bei der DB Regio herrscht ein hoher Krankenstand. Ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2023 müssen die Züge der Ammertalbahn zwischen 19:30 Uhr und 05:30 Uhr durch einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ersetzt werden.

„Egal ob in den Führerständen, in den Werkstätten oder in den Stellwerken – überall kämpfen wir mit dem Personalmangel. Wir nehmen die Situation sehr ernst. Denn ohne die Fachkräfte fährt kein Bus und kein Zug“, so Minister Hermann. Das Land investiert daher in Programme – wie beispielsweise in die Ausbildung von Geflüchteten zu Triebfahrzeugführer:innen. Die Mobilitätsmarke des Landes bwegt hat außerdem eine große Kommunikationskampagne zur Fachkräftegewinnung angelegt. Mit den Vertreter:innen aus Eisenbahnverkehrsunternehmen, Gewerkschaften und Bus-Verbänden plant das Land außerdem ein Bündnis zur Personalgewinnung. „Unser Ziel: mit vereinten Kräften Personal zu gewinnen, auszubilden und zu behalten“, so Minister Hermann.

Verkehrsministerium startet Qualitätsoffensive

Im Herbst 2023 hat das Ministerium für Verkehr den „Aktionsplan Qualität im Schienenpersonennahverkehr“ gestartet und geht jetzt in die Offensive. Dabei gilt Qualität vor Quantität bei den notwendigen Anpassungen von Fahrplänen und Ersatzverkehren. „Die Fahrgäste werden auch 2024 auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Das bedauern wir sehr. Die Sperrungen und Sanierungen bringen mittel- und langfristig erhebliche Vorteile und ein verbessertes und zuverlässigeres Zugangebot. Als Land erwarten wir von allen Eisenbahnverkehrsunternehmen, die Einschränkungen und Auswirkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten und so frühzeitig über Ersatzverkehre zu informieren“, so der Landesverkehrsminister. „Das Land hat neben anderen Maßnahmen einen Qualitätsanwalt engagiert, der aus Sicht der Fahrgäste auf die Beseitigung der Mängel einwirkt und Verbesserungsvorschläge macht. Wir erwarten, dass Bund und DB die Schieneninfrastruktur in den kommenden Jahren konsequent und umfassend sanieren und modernisieren!“

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Schlagwörter: Fahrpläne

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