Generationenpreis Baden-Württemberg: Projekte für Miteinander gesucht
Das Land Baden-Württemberg sucht für den Preis „Stark im Land – Generationen verbinden“ laufende Projekte, die Jung und Alt zusammenbringen. Bewerben können sich gemeinnützige Akteur:innen und öffentliche Einrichtungen. Vergeben werden drei Hauptpreise à 3.000 Euro sowie fünf Anerkennungspreise à 1.000 Euro. Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2026, die Verleihung findet am 6. November 2026 in Stuttgart statt.
Schramberg: Tempo 30 und Regiobus im Fokus eines möglichen Landesprojekts
In Schramberg suchen Stadt, Land und Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) nach Lösungen für den Zielkonflikt zwischen Lärmschutz und stabilem ÖPNV. Tempo-30-Regelungen sollen Anwohner:innen entlasten, könnten jedoch Regiobus-Anschlüsse beeinträchtigen. Bei einem Vor-Ort-Termin diskutierten Dr. Martin Schiefelbusch (NVBW) und Michael Öhmann (Verkehrsministerium) mit der Stadt mögliche Wege, darunter die Teilnahme an einem Landesprojekt. Dieses soll die Auswirkungen auf Fahrzeiten untersuchen und Maßnahmen zur Beschleunigung des Busverkehrs entwickeln.
Auch der ehrenamtliche Bürgerbus wurde als wichtiger Baustein der lokalen Mobilität gewürdigt. Vor dem Gespräch im Rathaus hatten die Besucher zusammen mit Vertreter:innen des Bürgerbusvereins eine Fahrt mit dem Schramberger Bürgerbus unternommen. Das Angebot ergänzt den öffentlichen Nahverkehr und hat besonders für Menschen, die nicht direkt an reguläre Buslinien angebunden sind, einen großen Nutzen. Für die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs hatte das Land Baden-Württemberg einen Zuschuss von rund 40.000 Euro gezahlt.
Ammerbuch: Neuer Bürgerbus sichert Mobilität vor Ort
Der Ammerbucher Bürgerbus erhält einen neuen Personentransporter und sichert damit den Betrieb des seit 2017 wichtigen Mobilitätsangebots. Finanziert wurde das Fahrzeug durch regionale Sponsor:innen und ein Werbekonzept; die Gemeinde trägt die laufenden Kosten. Die Übergabe an die ehrenamtlichen Fahrer:innen erfolgte am 11. Juni 2026. Das Angebot stärkt insbesondere für mobilitätseingeschränkte Menschen die Teilhabe und bleibt langfristig verlässlich bestehen.
Heroldstatt: Arbeitskreis stärkt Senior:innen mit Café, Fahrdienst und Ausflügen
In Heroldstatt bekämpft der Arbeitskreis für Senioren (AKfS) Einsamkeit im Alter mit einem breiten Angebot: Begegnungscafés, ein Fahrdienst, gemeinsame Ausflüge sowie Unterstützung bei digitalen Themen fördern Teilhabe und Selbstständigkeit. 51 Senior:innen nahmen zuletzt an einem Ausflug teil. Das ehrenamtliche Engagement wird durch Landesmittel nach §45a SGB XI unterstützt und trägt dazu bei, dass ältere Menschen länger selbstbestimmt zu Hause leben können.
Köngen feiert zehn Jahre Bürgerbus
Seit 2016 stärkt der Bürgerbus Köngen die lokale Mobilität und verbindet 17 Haltestellen im Ort. Trotz Herausforderungen, etwa durch die Corona-Pandemie, hat sich das Angebot stabil entwickelt: Bis heute nutzten rund 15.000 Fahrgäste den Bus, betrieben von 17 ehrenamtlichen Fahrer:innen. Mit steigender Nachfrage und solider Finanzierung blickt der Verein positiv in die Zukunft.
Mögglingen: Ehrenamtlicher Fahrdienst hält Mögglingens Gemeinschaft mobil
Der Förderverein „Miteinander leben“ prägt mit 510 Mitgliedern das soziale Leben in Mögglingen. Herzstück ist seit über 20 Jahren ein ehrenamtlicher Fahrdienst mit eigenem Fahrzeug, der vor allem älteren Menschen Mobilität und Teilhabe sichert. Daneben betreibt der Verein Kinderbetreuung und unterstützte Wohn- und Pflegeangebote. Aktuell steht jedoch das Pflegewohnhaus im Pfarrgarten vor einer ungewissen Zukunft.
Neustetten: Ehrenamtliche Fahrer:innen für geplantes Bürgerrufauto gesucht
Der Gemeinderat Neustetten hat am 08.06.2026 über die Einführung eines Bürgerrufautos beraten. Voraussetzung für die Umsetzung ist eine ausreichende Zahl ehrenamtlicher Fahrer:innen. Interessierte mit Führerschein Klasse B können sich bis 03.07.2026 bei der Gemeindeverwaltung melden. Das Angebot soll vor allem die Mobilität älterer Bürger:innen sichern und die Lebensqualität vor Ort stärken.
Obergrombach: Bürgerbus verbessert Mobilität im Stadtteil
Die Nachbarschaftshilfe Obergrombach erweitert ihr Angebot um einen Bürgerbus. Mit einem von der BürgerStiftung Bruchsal mit 2.000 Euro geförderten Fünf-Sitzer organisiert der Verein Fahrten für Menschen ohne eigenes Auto, etwa zu Ärzt:innen, zum Einkaufen oder zu Veranstaltungen. Ehrenamtliche Fahrer:innen übernehmen die Einsätze. Ziel ist es, die Mobilität im Stadtteil zu stärken und lange Wege in die Kernstadt besser zu bewältigen.
Salem – Interkommunaler Fahrdienst unterstützt Senior:innen und Kranke
Der Verein Linzgau Shuttle organisiert seit 2019 einen ehrenamtlichen Fahrdienst von Tür zu Tür für hilfsbedürftige Menschen im ländlichen Raum. In neun Gemeinden rund um Salem, Meersburg und Immenstaad bringen 70 Fahrer:innen mit sechs Fahrzeugen rund 1.400 registrierte Fahrgäste zu Arztterminen, Einkäufen oder sozialen Treffen. Das Angebot wirkt der Isolation entgegen und wird je zur Hälfte von Kommunen und Pflegeagentur finanziert. Mit seinem Fahrdienst bewirbt sich der Verein um den Crescere Futurumspreis. Dieser wird im Rahmen des SÜDKURIER Zukunftspreises gemeinsam mit der Crescere Stiftung Bodensee vergeben.
Tauberbischofsheim: Großes Interesse am Bürgerbus – Stadt sucht Engagierte für Umsetzung
Rund 30 Bürger:innen informierten sich in Tauberbischofsheim über ein geplantes Bürgerbusangebot. Die Stadt stellte Konzepte und mögliche Organisationsformen vor, Hintergrund ist das Ende des Stadtbusverkehrs 2027. Erfahrungen aus Grünsfeld zeigten Nutzen und soziale Wirkung. Für den Betrieb werden mindestens 20 ehrenamtliche Fahrer:innen sowie weitere Helfer:innen benötigt. Interessierte können sich bereits jetzt bei der Stadt melden.
Interessierte können sich an Christian Gros wenden:
Telefon 09341 803-1101
E-Mail: zentraleaufgaben@tauberbischofsheim.de
Bad Wimpfen: Bürgerbus-Team auf Jahresausflug am Rhein
45 ehrenamtliche Fahrer:innen des Bürgerbus-Teams aus Bad Wimpfen haben ihren Jahresausflug nach Rüdesheim unternommen. Die Tour diente als Dank für das Engagement im vergangenen Jahr. Stationen waren das Niederwalddenkmal mit gemeinschaftlichem Frühstück, ein Spaziergang durch die Altstadt sowie eine Schifffahrt nach St. Goar. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Abendessen. Gegen 21 Uhr kehrte die Gruppe mit vielen Eindrücken zurück.
Prien am Chiemsee (Bayern): Bürgerbus-Teams tauschen Erfahrungen aus
Eine Delegation des Bürgerbusses Vogtland besuchte den Bürgerbus Chiemsee, um sich über Organisation und Betrieb ehrenamtlicher Angebote auszutauschen. Beide Systeme ergänzen den ÖPNV und sichern die Anbindung kleiner Orte. Unterschiede zeigen sich bei Trägerschaft und Fahrplan. Am Chiemsee gelten Deutschlandticket und MVV-Tarif; jährlich nutzen 6.000–8.000 Fahrgäste das Angebot. Gesucht werden weiterhin ehrenamtliche Fahrer:innen.
Nähere Infos gibt es bei Norbert Gradmann, Telefon 0160/8410356 oder norbert.gradmann@t-online.de.
Musashimurayama (Präfektur Tokio, Japan): Nachbarschaften organisieren Fahrdienste für ältere Menschen
In Japans alternden Wohnanlagen entstehen ehrenamtliche Fahrdienste. In Musashimurayama betreiben Bewohner:innen gemeinsam mit der Geschäftsstraße einen kostenlosen Shuttle zu Einkauf und Arzt. Grund sind steigende Entfernungen, eingeschränkte Mobilität und schwindender Nahverkehr. Die Angebote sichern Versorgung, stärken soziale Kontakte und dienen landesweit als Modell gegen zunehmende „Einkaufsschwierigkeiten“.
