Ergebnisse gefunden

Kommunale Verkehrsmaßnahmen senken CO₂-Emissionen messbar

Eine Studie im Auftrag des Landes zeigt: Schnellbusse, Parkgebühren und Anreize für E-Autos senken CO₂-Emissionen im Verkehr deutlich.

Trotz verhaltener Wirtschaftsentwicklung hat der Verkehrssektor in Deutschland auch im vergangenen Jahr seine Klimaziele klar verfehlt. Wie aus den am 14. März 2026 veröffentlichten Zahlen des Umweltbundesamts hervorgeht, stieß der Verkehr 146,3 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente aus. Damit lagen die Emissionen rund 29 Millionen Tonnen über dem im Klimaschutzgesetz festgelegten Sektorziel. Der Abstand zwischen Anspruch und Realität wächst weiter.

Vor diesem Hintergrund hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg untersucht, wie wirksam kommunale Verkehrsmaßnahmen für den Klimaschutz sind. Analysiert wurden Fallbeispiele aus Stuttgart, Freiburg und Tübingen sowie aus Landau in Rheinland-Pfalz. Ziel des Landes ist es, den Verkehr bis 2040 klimaneutral zu machen und die CO₂-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 zu senken.

Schnellbuslinie in Freiburg steht 54 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr

In Freiburg nahm im Dezember 2022 die Schnellbuslinie 37 den Betrieb auf. Sie verbindet mehrere Umlandgemeinden mit der Stadt und dem Bahnnetz. Ein Drittel der befragten Fahrgäste hätte einen Pkw zur Verfügung, nutzt jedoch den Bus. Dadurch werden jährlich 157 Tonnen CO₂ aus dem Individualverkehr vermieden. Nach Abzug der Emissionen der eingesetzten Dieselbusse verbleibt eine Einsparung von 54 Tonnen CO₂ pro Jahr. Der Einsatz von Elektrobussen könnte die Klimawirkung deutlich erhöhen.

In Stuttgart untersuchten die Forschenden das von 2012 bis Ende 2022 geltende kostenlose Parken für Elektrofahrzeuge. Die Maßnahme trug dazu bei, dass zwischen 2018 und 2022 schätzungsweise bis zu 15.460 Elektroautos und 10.160 Plug-in-Hybride zusätzlich angeschafft wurden. Rund ein Drittel der reinen Elektrofahrzeuge ließ sich auf das kostenlose Parken zurückführen. Insgesamt wurden so etwa 63.000 Tonnen CO₂ eingespart.

Auch höhere Parkgebühren zeigen Wirkung. In Tübingen führte das teurere Bewohnerparken zu einer Reduktion des Fahrzeugbestands um 2,6 Prozent, in Landau sank er um 2,2 Prozent. Die Folge waren geringere CO₂-Emissionen durch den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel, das Zu-Fuß-Gehen und den Radverkehr.

Kombinierte Maßnahmen bringen stärksten Klimaeffekt

Alle untersuchten Maßnahmen leisten nachweislich einen Beitrag zum Klimaschutz. „Die Maßnahmen tragen nicht nur messbar zum Klimaschutz bei, sondern erzielen auch erhebliche Einnahmen für die Kommunen“, sagt Dr. Niklas Sieber vom Fraunhofer ISI. „Ideal ist eine Kombination aus mehreren Maßnahmen.“

Teilen

Newsletter

Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Jetzt abonnieren