Foto: NVBW

Herausfordernde Standorte nachhaltig verbessern

Modellprojekt „Bahnhof Salach“

Gemeinsam für mehr Aufenthaltsqualität am Bahnhof Salach: Das Projekt zeigt, wie durch Kooperation, Datenanalyse und lokale Beteiligung herausfordernde Standorte nachhaltig verbessert werden können.

Über das Projekt

Ort Salach nahe Göppingen
Projektpartner Gemeinde Salach, DB InfraGO, Startup Urbview, Schule aus der Gemeinde sowie Zivilgesellschaft; Projektkoordination durch das Team Stationsentwicklung im Auftrag des Ministeriums für Verkehr Baden‑Württemberg
Zeitraum 01/2026 – 2027

 

Hintergrund

Der Bahnhof Salach wirkt zum Projektstart ungeordnet und wenig einladend. Auffällig sind die vielen Graffitis an den Schallschutzwänden und die Verschmutzung im gesamten Bahnhofsbereich. Auch die Orientierung fällt schwer, da die Zuwege nicht klar erkennbar sind. Die erhöhte Insellage des Bahnhofs führt zu einer räumlichen Abgrenzung von der Umgebung und damit zu einem Mangel an sozialer Kontrolle. Die Personenunterführung unterhalb der Bahnschienen wird von den Nutzenden als Angstraum wahrgenommen. 

Vor diesem Hintergrund empfahl das Bahnhofsmanagement Ulm der DB InfraGO den Bahnhof Salach Anfang 2026 als geeigneten Standort für ein Projekt im Themenfeld Sauberkeit. Es folgten Gespräche mit der Gemeinde und der Quartiersmanagerin. Schnell wurde deutlich: Der Bahnhof bietet die Chance, verschiedene Herausforderungen gleichzeitig anzugehen und den Standort ganzheitlich weiterzuentwickeln.

 

Erste Projektergebnisse

Zu Projektbeginn waren die Lärmschutzwände der Verkehrsstation großflächig mit Graffiti beschmiert. Im Rahmen der ersten Begehung bewerteten die Projektbeteiligten die Beseitigung der Verunreinigungen als wichtige Maßnahme zur Verbesserung von Aufenthaltsqualität und Sicherheitsempfinden. Daraufhin hat die DB InfraGO die Reinigung veranlasst und großflächig umgesetzt.

 

Ziele und Lösungsansätze

Im Fokus des Modellprojekts steht die nachhaltige und gemeinsame Aufwertung des Bahnhofs Salach. Beseitigung der zahlreichen Graffitis, mehr Sauberkeit und eine bessere Orientierung sollen dazu beitragen, den Bahnhof für Reisende und Salacher:innen übersichtlicher und einladender zu gestalten. Dabei sind Bürger:innen herzlich eingeladen, sich aktiv an der Weiterentwicklung und Pflege des Standorts zu beteiligen. Durch ihr Engagement wird die Mitverantwortung gestärkt und ein gemeinsames Bewusstsein für den öffentlichen Raum gefördert. So kann der Bahnhof Salach, der derzeit vielerorts wenig ansprechend wirkt, schrittweise aufgewertet werden.

  • Sicherheit und Erfassung von Angsträumen: 1. Datenbasierte Analyse und Maßnahmenplanung zur Steigerung der subjektiven Sicherheit → 2. Umsetzung von Maßnahmen, u.a. von verbesserter Beleuchtung und Wegeführung
  • Beseitigung und Prävention von Graffitis: Entfernung bestehender Graffitis sowie Umsetzung präventiver Ansätze (Broken-Windows-Theorie)
  • Bike+Ride: Paralleles Teilprojekt
  • Partizipation und gemeinsame Verantwortung: Zivilgesellschaft gestaltet „ihren“ Bahnhof aktiv mit. Erste Gespräche mit der Stauffeneckschule, die sich an dem Projekt beteiligen könnte, laufen bereits.
  • Nachhaltige Sicherung: Partnerschaft zwischen DB-InfraGO und Kommune
Junger Mann in blauem Sakko und hellblauem Hemd lächelt vor einem historischen Gebäude mit roten Dächern
Foto: Gemeinde Salach

Die Aufwertung des Bahnhofs beschäftigt die Salacher Verwaltung schon seit langer Zeit. Unterschiedliche Zuständigkeiten und fehlende Ansprechpersonen haben die Umsetzung von Maßnahmen bislang immer erschwert. Dank dem Modellprojekt konnten viele offene Fragen geklärt werden und wir können gemeinsam mit unseren Projektpartnern nachhaltige Verbesserungen erreichen. Besonders freut mich, dass die gewonnenen Erkenntnisse nicht nur Salach zugutekommen, sondern künftig auch anderen Bahnhöfen als Orientierung dienen können.

Dennis Eberle, Bürgermeister Gemeinde Salach

Quartiersarbeit bedeutet für mich, Orte nicht isoliert zu betrachten, sondern ihre Bedeutung für die Menschen und das Zusammenleben im Quartier in den Blick zu nehmen. Genau deshalb ist der Bahnhof für mich mehr als ein Verkehrsknotenpunkt: Er ist ein Ort, an dem unterschiedliche Menschen zusammenkommen und an dem bereits heute durch unsere Vereine Begegnung und Leben entstehen. Daran möchten wir anknüpfen und gemeinsam mit der Bevölkerung einen Bahnhof weiterentwickeln, der für Jung und Alt zugänglich ist, Begegnung ermöglicht und seinen festen Platz in unserem Quartier hat.

Julia Rust, Quartierskoordinatorin Gemeinde Salach

Frau mit schulterlangen blonden Haaren und blauen Augen sitzt in einem Zugabteil und trägt eine schwarze Jacke

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