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Was braucht es, damit Mitfahren funktioniert?

Bernau bei Berlin erprobt Mitfahrbänke. Eine Online-Veranstaltung in Baden-Württemberg fragt, wie Kommunen erfolgreiche Mitfahrangebote schaffen können.

Mitfahrangebote können Bus und Bahn ergänzen. Das Prinzip: Menschen nehmen andere auf ohnehin geplanten Fahrten mit. Doch wie wird aus dieser einfachen Idee ein Angebot, das im Alltag angenommen wird?

Die Stadt Bernau bei Berlin erprobt dafür drei Mitfahrbänke. Zwei stehen im Ortsteil Börnicke, eine in Lobetal. Wer mitgenommen werden möchte, kann dort seinen Mitfahrwunsch signalisieren. Die Standorte wurden bewusst in der Nähe bestehender Bushaltestellen gewählt, um einen Anschluss an den ÖPNV herzustellen. Das Angebot soll insbesondere auch in Randzeiten zusätzliche Fahrtmöglichkeiten schaffen.

Die drei Bänke haben einschließlich Beschilderung, Lieferung und Installation 3.800 Euro gekostet. Im Vorfeld prüfte die Stadt geeignete Standorte, deren barrierefreie Erreichbarkeit und die Möglichkeit, vorhandene Bänke zu nutzen. In der Testphase soll sich zeigen, wie das Angebot angenommen und im Alltag genutzt wird. Bei erfolgreichem Verlauf sind insgesamt zwölf Mitfahrbänke im Stadtgebiet vorgesehen.

Erste Beobachtungen fallen allerdings zurückhaltend aus. In einem rbb-Bericht vom August erklärt Börnickes Ortsvorsteher Matthias Jitschin, er habe bislang weder Wartende noch das Mitnehmen von Personen an der Bank beobachtet. Bürgermeister André Stahl verweist darauf, dass sich das Angebot erst herumsprechen müsse. Das Beispiel wirft damit eine Frage auf, die auch andere Kommunen beschäftigt: Wie lassen sich Menschen zum Mitfahren und Mitnehmen bewegen?

Wie können Kommunen Mitfahrangeboten zum Erfolg verhelfen? Eine Online-Veranstaltung diskutiert Lösungen.

Hier setzt die Online-Veranstaltung „Gemeinsam unterwegs? Mitfahren und Mitnehmen als Beitrag zur nachhaltigen Mobilität“ am 22. Oktober 2026 ab 9 Uhr an. Im Mittelpunkt stehen die bisherigen Erfahrungen mit dem Portal Mitfahren-BW.de des Landes Baden-Württemberg und die Perspektive der Kommunen. Diskutiert wird, welche weiteren Maßnahmen das Mitfahren fördern können. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicherheit: Wie sind Bedenken einzuordnen, und welche konkreten Schritte können Sicherheit und Vertrauen stärken?

Das Zukunftsnetzwerk ÖPNV, die Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg und der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum laden dazu im Rahmen der Reihe „Mobilitäts-Offensive für ländliche Räume“ ein. Der Erfahrungsaustausch bietet Kommunen Gelegenheit, Anregungen für ihre eigenen Mitfahrangebote zu gewinnen.

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